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Berg:Ökologisch und barrierefrei

Die Entwurfsplanung für das dreiflüglige Berger Rathaus steht. Baubeginn ist Anfang 2023 geplant, Ende 2024 soll es fertig sein.

(Foto: HSP Projektmanagement u. Beratung)

Die Pläne zum Bau des neuen Rathauses werden konkret

Von Sabine Bader, Berg

Die Sitzung des Berger Gemeinderats, der coronabedingt im Aufkirchener Postsaal tagt, begann mit Fließbandarbeit - aber nicht für die Gemeinderäte, sondern für den Berger Arzt Stefan Watzek. Denn erstmals durften Gemeinderäte wie Besucher nur mit gültigem Schnelltest an der Sitzung teilnehmen. Für Watzek und seine Crew - bestehend aus seiner Frau Korina und der medizinische Fachangestellten Marion Diehl - kein Problem: Die Drei rückten um 19 Uhr in Schutzkleidung an, testeten in Windeseile 30 Personen, und pünktlich zu Sitzungsbeginn um 19.30 Uhr hieß es dann: "Alle dürfen rein."

Hauptthema des Abends war die Entwurfsplanung des neuen Rathauses am Huberfeld. Darin präsentierte Projektsteuerer Michael Graf unter anderem den künftigen Sitzungssaal, der ins Dachgeschoss kommen soll mit großer Fensterfront und viel Holz. Und für die Zukunft soll er auch gerüstet sein. Denn sollte sich die Einwohnerzahl Bergs von derzeit gut 8000 auf mehr als 10 000 Menschen erhöhen, dann ließe sich das Gremium dort laut Graf leicht von 20 auf 24 Mitglieder aufstocken.

Fest steht jetzt auch, dass es neben Besprechungs- und Dienstzimmern des Rathauspersonals auch zwei Wohnungen geben wird: eine im Erdgeschoss mit 113 Quadratmetern und eine im Obergeschoss mit 130 Quadratmetern. Geheizt und gekühlt werden soll das Gebäude über eine Sole-Wasser-Wärmepumpe. 20 Bohrungen in je 140 Meter Tiefe sind hierfür erforderlich. Geheizt werden sollen die Rathausräume über eine Fußbodenheizung. Eine Kühldecke wird die Zimmertemperatur in Sommer regulieren. Niedertemperaturheizkörper wird es ausschließlich in den Archivräumen im Unterschoss geben, in denen auch Dokumente lagern. Zwei Dachflächen sollen von Anfang an mit Fotovoltaikanlagen ausgestattet werden, die technischen Vorkehrungen dafür soll es aber auch auf den übrigen Dachflächen geben. So könne man bedarfsgerecht nachrüsten, hieß es. Geplant ist auch ein Sonnenstromspeicher mit 30 Kilowatt/Stunde. Behinderte und Menschen, die nicht mehr ganz so gut zu Fuß sind, können alle Rathausräume barrierefrei und per Aufzug erreichen.

Lange hatte man über die Größe der Tiefgarage diskutiert und darüber, ob man statt der oberirdischen Rathausstellplätze nicht lieber ein Agreement mit dem benachbarten MTV trifft, da der seine Stellflächen vorwiegend am Wochenende benötigt und diese zu den Geschäftszeiten des Rathauses meist ziemlich leer sind. Laut der Planung wird es aber 23 Tiefgaragenplätze und 21 oberirdische Parkplätze geben. "Besucherspitzen", etwa bei Veranstaltungen oder großen Hochzeiten, meint Bürgermeister Rupert Steigenberger, ließen sich über ein Abkommen mit dem MTV abfangen. 38 Fahrradstellplätze sind ebenso geplant wie Ladestellen für E-Bikes und E-Autos.

© SZ vom 29.04.2021
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