Berg:Gute Ideen für ein schöneres Dorf

Neue Arbeitskreise "Mobilität" und "Umwelt" treffen in Berg auf ungeahntes Interesse

Von Sabine Bader, Berg

Bürgerbeteiligung kann richtig Spaß machen. In Berg jedenfalls starten die beiden neuen Arbeitskreise für "Mobilität" und "Umwelt" gleich mit 60 bis 70 Interessenten durch. Und das, obwohl man sich wegen der Corona-Pandemie bislang ausschließlich online treffen konnte. Das tat dem Ideenreichtum keinen Abbruch.

So hat das Mobilitäts-Team um Martin Snajdr und Peter Matthesius in rund 20 Videositzungen vier Projektgruppen gebildet: Die Fahrrad-Gruppe beschäftigt sich mit der Frage, wie man Radeln für Freizeitfahrer, Pendler und Schüler attraktiver gestalten kann. Ziel der Projektgruppe "Kurze Wege" ist es, die Mobilität und damit den Individualverkehr zu verringern; Angedacht sind hier unter anderem neue Formen der Lieferdienste jenseits von Amazon und Co. Die Projektgruppe "Verkehrskonzepte" klopft derzeit ab, ob eine Form des Stadtbusses für die Gemeinde Berg Sinn machen würde. Man befasst sich mit der Frage wie einheimische und Ausflügler im Sommer gleichermaßen zum See gelangen können, ohne dass auf den Straßen chaotische Zustände herrschen und alles zugeparkt ist. Die Projektgruppe "Infrastruktur" befasst sich mit der Ortsdurchfahrt Aufkirchen sowie der Ladeinfrastruktur für E-Fahrzeuge in Berg. Der Arbeitsgruppe Umwelt, in der Maria Wendisch und Karin Münzenmaier als Sprecher fungieren, geht es unter anderem um Müllvermeidung etwa durch Pfandgeschirr. Es geht um Hundekot und Leinenpflicht ebenso, wie um Blühflächen, landwirtschaftliche Nahversorgung durch Direktvermarktung, um Bauen und die Bewusstseinsbildung der Konsumenten.

Als Bindeglieder zwischen Arbeitskreisen der Bürger und Gemeinderat fungieren Jonas Goercke von der QUH und Verena Machnik von den Grünen. Sie bringen Vorschläge der Arbeitskreise in den Ausschuss für Nachhaltigkeit ein, wo darüber beraten wird. Der paritätisch besetzte Ausschuss ist nicht beschließend, Beschlüsse wird dann der Gemeinderat fassen.

Von der SZ zu seinen ersten Eindrücken in Sachen Bürgerbeteiligung befragt, meinte Goercke: Er habe den Enthusiasmus des ein oder anderen Bürgers etwas bremsen müssen und dazu geraten, den Fokus vorerst auf Projekte zu richten, die man selbst umsetzen könne und wenig Geld kosten. Rathauschef Rupert Steigenberger (BG) und die Ausschussmitglieder waren jedenfalls sichtlich angetan vom Engagement der Bürger. Steigenberger: "Das ist bewundernswert." Die Arbeitskreisvertreter versicherten, man habe nicht vor, der Gemeindeverwaltung nun haufenweise Arbeit aufzudrücken. Viele Vorhaben könnten die Bürger nicht nur selbst koordinieren, sondern auch umsetzen. Auch solle es keine Einbahnstraße sein: Wenn also die Gemeinde etwas vorhabe, wobei die Bürger helfen könnten, sei man dafür jederzeit zu haben.

Damit rannten sie bei Steigenberger offene Türen ein. "Ich habe gleich noch ein Thema für den Arbeitskreis Umwelt", sagte er. Die Gemeinde sei nämlich künftig zuständig für die Randstreifen von Gewässern dritter Ordnung, wie etwa den Lüßbachs. Eine Ankündigung, die bei den Arbeitsgruppen auf offene Ohren stieß. Und möglicherweise kann Steigenberger auch in dieser Sache bald mit vielen Vorschlägen und Ideen rechnen.

© SZ vom 21.06.2021
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