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 Bauprojekt:Lernhaus aus Holz

Für diesen Entwurf hat sich der Gemeinderat entschieden. Der Neubau soll zum Schuljahresbeginn 2022 fertig sein.

(Foto: Hess/Talhof/Kusmierz Architekten)

Die neue Grundschule in Weßling soll als langer Bau mit Satteldach dem Pfarrstadel ähneln

Die Gewinner stehen fest: Die neue Grundschule in Weßling wird das Architektenbüro Hess, Talhof, Kusmierz planen. Insgesamt hatte die Gemeinde fünf Architekturbüros eingeladen, sich Gedanken über die Schule am Ort zu machen. Am Schluss überzeugte der Entwurf der Münchner, die auf 20-jährige Erfahrung im Schulbau verweisen können.

"Es wird ein einfacher, lang gestreckter Baukörper mit Satteldach, ähnlich wie der Pfarrstadel", sagte Architekt Thomas Hess. Der Jury hat diese Lösung besonders gut gefallen, denn damit werden Bauformen, die es im Dorf bereits gibt, aufgegriffen. Positiv bewertete der Gemeinderat, dass es eine Anbindung an die Turnhalle geben wird. Als Baumaterial soll Holz verwendet werden. Das schafft nicht nur ein angenehmes Raumklima, sondern hat auch den Vorteil, dass viele Elemente bereits vorgefertigt werden können, was die Bauzeit verringern wird. Der Bau wird auf den derzeitigen Sportplatz neben die Sporthalle gestellt und bildet mit dieser dann ein Ensemble. Er markiert aber auch den Ortseingang und schließt das Wohngebiet im Norden ab.

Im Inneren haben die Architekten die Vorgaben der Weßlinger Schulhausgruppe aufgegriffen. Diese möchte in der Schule wie in Wörthsee das pädagogische Konzept eines "Lernhauses" übernehmen. Für die Architekten ist das kein Neuland. Sie haben die erste Lernhausschule in München am Arnulfpark realisiert. In Weßling werden die Klassenzimmer im Obergeschoss in vier Lernhäuser zusammengefasst. Sie bestehen aus einem Multifunktionsraum, dem "Marktplatz", um den die Klassen sowie die Räume für die Ganztagesbetreuung gruppiert sind. Durch Oberlichter soll Tageslicht in den Raum scheinen. Im Erdgeschoss wird eine große Garderobe und eine Mensa eingerichtet. Platz für die Werkräume und die Fahrräder wird es im Untergeschoss geben.

Wenn alles gut geht, dann könnte im Frühjahr 2021 der Spatenstich gesetzt werden, das Gebäude soll dann zum Schuljahresbeginn 2022 bezugsfertig sein. Es hängt aber viel davon ab, wie schnell es gelingt, den Bebauungsplan auf den Weg zu bringen. Bürgermeister Michael Muther rechnet mit einem Jahr, "es kommt aber immer auf die Einwendungen an", gab er zu bedenken.

Für die Organisation des Baus hat die Gemeinde ein Projektteam aus dem Büro Hitzler verpflichtet. Es hat beispielsweise Bauvorhaben wie die Grundschule Wörthsee, das Ammerseegymnasium sowie die Fach- und Berufsoberschule in Fürstenfeldbruck realisiert. Dabei werden sie vor allem die Kosten, Termine, die Organisation und die Qualität des Baus überwachen, versprach Projektplaner Tim Steffen. In nächster Zeit wollen Architekten, Projektsteuerer und die Gemeinde als Bauherr die ersten Sondierungsgespräche führen. Im Herbst soll es dann richtig losgehen.