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Auszeichnung:Bestes Arthouse Bayerns

Gautinger Kino erhält begehrten Preis des Film-Fernseh-Fonds

Das Lichtspielhaus Gauting ist heuer Bayerns bestes Kino: Der Film-Fernseh-Fonds (FFF) hat im Landsberger Rathaussaal die Chefs von 60 Filmtheatern im Freistaat für ihr herausragendes Programm ausgezeichnet, darunter auch das von Doris Apell-Kölmer geführte Kino Dießen. Die Spitzenprämie in Höhe von 15 000 Euro ging an das vor drei Jahren neu eröffnete Gautinger Breitwand.

Digitalministerin Judith Gerlach und die Geschäftsführerin des FFF Bayern, Dorothee Erpenstein, überreichten Kinobesitzer Matthias Helwig und seinen Mitarbeiterinnen Veronika Osterauer und Natalie Papapetrou die Urkunde. Das Arthouse-Kino mit fünf Sälen "gilt als Aushängeschild für ein modernes, anspruchsvolles und vielseitiges Programmkino, das sowohl filmbegeisterte Erwachsene wie auch das junge Publikum anzieht", begründet der FFF die Entscheidung. Daneben biete Helwig auch in Starnberg und auf Schloss Seefeld "Kinokultur auf höchstem Niveau" und bereichere mit seinem Fünf-Seen-Filmfestival die Kulturlandschaft im Münchner Südwesten.

Gauting: Kino Breitwand Neueröffnung

Darf sich ein Jahr lang Bayerns bestes Filmtheater nennen: das Breitwand in Gauting.

(Foto: Nila Thiel)

Helwig zeigte sich nach der Laudatio durch Förderreferentin Birgit Bähr gerührt: "Das war eine der schönsten und bewegendsten Auszeichnungen, die ich je bekommen habe. Denn sie war nicht nur Ansporn für weitere Kinoarbeit, sondern auch warme Wertschätzung für das, was wir in den vergangenen Jahren dem Landkreis und den Gemeinden an Kultur versucht haben nahezubringen." Dass sein Filmtheater schon im dritten Jahr seines Bestehens den Hauptpreis erhält, "macht mich unglaublich stolz", so der Kinobesitzer und Festivalleiter. Das Breitwand Gauting bietet überdurchschnittlich viele deutsche und europäische Filmen, Produktionen in Originalsprache und zahlreiche Filmreihen: Retrospektiven und Klassiker, Dokus, Künstler-, Tango-, Jazz- und Agenda-21-Filme. Dazu kommen Opern-Live-Übertragungen aus dem Royal Opera House in London. Außerdem ist das Gautinger Lichtspielhaus zur zentralen Anlaufstelle während des alljährlichen Fünfseen-Filmfestivals geworden.

Kinochef Mathias Helwig, seine Mitarbeiterinnen Veronika Osterauer (li.) und Natalie Papapetrou (re.) sowie Digitalministerin Judith Gerlach bei der Preisverleihung.

(Foto: oh)

78 bayerische Kinos hatten sich heuer für die Ausschreibung beworben, 60 wurden ausgezeichnet. Der Film-Fernseh-Fonds hob die Preisprämien im vierten Jahr in Folge an, sie summieren sich nun auf 415 000 Euro. Die Münchner Gesellschaft zur Förderung der Medien vergab 24 Mal 5000 Euro Preisgeld, 29 Mal 7500 Euro, sechs Mal 10 000 Euro und einmal die Spitzenprämie von 15 000 Euro. Voraussetzung für die Auszeichnung war, dass die Kinos überdurchschnittlich viele europäische Filme im Programm haben, Kinderfilme und Dokus zeigen und auch Sonderveranstaltungen wie Live-Opernübertragungen oder Open-Air-Kino bieten. Denn Kino bedeute "nicht nur modernste Technik und aktuelle Blockbuster. Gerade in Konkurrenz zur heimischen Couch kann das Kino nur bestehen, wenn es mit besonderen Attraktionen lockt", so Ministerin Gerlach.

Die Kinowelt am Ammersee erhielt 5000 Euro Prämie. Das Landkino in Dießen mit zwei Sälen, Restaurant und Terrasse sei ein beliebter Treffpunkt im Ort, so der Film-Fernseh-Fonds. Und sein engagiertes Team organisiere Veranstaltungen und Filmreihen für Jung und Alt.

Im Kino Gauting geht es am Donnerstag, 19 Uhr, mit der neuen Jazz-Reihe weiter: Erst läuft ein Konzertfilm mit den Gitarristen Al Di Meola und Manuel Barrueco, danach spielen Ricardo Volkert und Jost Hecker live Flamenco.

© SZ vom 30.11.2019