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Aufnahme:Landhaus unter Denkmalschutz

Drummer-Anwesen wird in die Liste aufgenommen

Von Manuela Warkocz, Tutzing

Das versteckt in einem großen Garten liegende Landhaus Traubinger Straße 7 steht künftig unter Denkmalschutz. Das spätklassizistische Anwesen - heute im Besitz von Hans-Christoph Drummer, Sohn des Autors der Tutzinger Fischerhochzeit - wird künftig in der Liste des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege aufgeführt. Der Bauausschuss dankte dem Eigentümer ausdrücklich, dass der sich mit dem Denkmalschutz einverstanden erklärt hat. Toni Aigner (Freie Wähler) sprach von einem "Glücksfall" im Jubiläumsjahr der Gemeinde und hohem ideellen Wert. Vize-Bürgermeisterin Elisabeth Dörrenberg (CDU) nannte den langfristigen Bestandsschutz ein "Geschenk".

Das Landhaus wurde laut Oberkonservator Detlef Knipping im späten 19. Jahrhundert für Julius Violand, vermutlich ein Gärtner, errichtet. 1895 erhielt es einen Atelieranbau. Der wurde 1911 unter dem neuen Eigentümer, dem Direktor der Münchner Pschorr-Brauerei, Drummer, in eine verglaste Veranda mit Freitreppe umgebaut. "Als Gebäudetyp repräsentiert es das mittelständische Landhaus in spätklassizistischen Formen", so das Denkmalamt. Die Rede ist von "alpenländischem Heimatstil". Türen und Fenster sind fast vollständig im Original erhalten. Als Details sind eine Putzbänderung mit Ecklisenen und Traufband genannt, an der südlichen Traufseite eine verglaste Figurennische mit Madonnenfigur sowie im Keller ein preußisches Kappengewölbe.

Kreisheimatpfleger Gerhard Schober hatte die Denkmalschützer auf das Kleinod hingewiesen, als "Superbeispiel" eines schlichten Landhauses des einfachen Mannes. "Die großen Villen am See sind grad aus dem Feuer", sagt Schober, 79. Da habe ein starkes Umdenken in vielen Gemeinden stattgefunden, potente Besitzer seien vielfach stolz auf alte Bausubstanz. Doch er beobachte nach 45 Jahren seiner Tätigkeit, dass der Bestand der kleineren, alten Häuser stark dezimiert werde. Sie seien jedoch ebenso bedeutsame Denkmäler der Ortsgeschichte. Tutzing attestiert Schober einen respektvollen Umgang mit dem gewachsenen Ortsbild. Derzeit würden noch einige Objekte im Sinne des Denkmalschutzes untersucht. Welche genau, wollte Schober nicht sagen. Er weiß: "Wer spekuliert, ist vom Denkmalschutz nicht begeistert." Wer jedoch an Erhalt interessiert sei, bekomme Beratung und Zuschüsse. Hans-Christoph Drummer sieht da für sein renovierungsbedürftiges Haus seine Kinder am Zug. "Ich selbst kann's nicht machen", sagt der 81-Jährige.

© SZ vom 28.07.2017

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