Stadtwerke München:Chlor im Trinkwasser

Der Regen in den letzten Wochen war einfach zu viel. Die natürliche Filterfunktion des Bodens ist gestört. Nun leiten die Stadtwerke Chlor ins Trinkwasser - um die Bürger zu schützen.

Marco Völklein

Manch ein Münchner, der über eine besonders feine Nase verfügt, hat sich in den vergangenen Tagen über einen leichten Chlorgeruch im Trinkwasser gewundert. Tatsächlich haben die Stadtwerke zuletzt "vorsorglich im Gewinnungsgebiet im Mangfall- und Loisachtal geringe Mengen Chlor zugesetzt", sagt Stadtwerke-Sprecherin Bettina Hess. Grund sind die starken Regenfälle, die in der vergangenen Woche insbesondere im Gebiet der bayerischen Alpen herunter kamen.

Durch den Starkregen wird die natürliche Filterfunktion des Bodens gestört. Normalerweise verbleibt das Wasser etwa 50 Tage im Boden, in dieser Zeit wird es - quasi auf natürlichem Wege - gereinigt. Durch den Druck des starken Regens gelangt der Niederschlag schneller ins Trinkwasser - inklusive Keime. Das Chlor soll diese Keime abtöten. "Das machen wir bei solchen Wetterlagen schon seit Jahrzehnten", sagt Hess.

Eine Gesundheitsgefahr besteht nach Angaben der Stadtwerke nicht. "Die Chlorung ist völlig unbedenklich", sagt die Sprecherin. Auf seinem etwa 40 Kilometer langen Weg aus dem Mangfall- und Loisachtal bis nach München werde das Chlor ohnehin "enorm verdünnt", so Hess: "Das Wasser kann weiterhin völlig gefahrlos getrunken und auch für Baby- und Kindernahrung verwendet werden."

Lediglich Kliniken und Medizinlabore haben die Stadtwerke über den Chloreinsatz informiert. Denn dort sind spezielle Geräte im Einsatz, die nur mit chlorfreiem Wasser funktionieren. Die Kliniken halten für solche Fälle genügend chlorfreies Wasser vor. "Das ist wie bei einem Stromausfall", sagt Hess. "Da springt dann auch das Notstromaggregat an."

Schlimmer dagegen hatte es etwa 75.000 Menschen im Versorgungsgebiet der Stadtwerke Rosenheim getroffen. Die müssen bis auf weiteres ihr Trinkwasser abkochen. Nach einem schweren Unwetter am vorvergangenen Sonntag hatten die Stadtwerke eine mikrobiologische Verunreinigung des Trinkwassers festgestellt.

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