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Volleyball:Zwei Eckpfeiler

Ferdinand TILLE ( 7, HER) und Tim PETER ( 4, HER). Volleyball, WWK Volleys Herrsching - VfB Friedrichshafen, 4. Spieltag; tille peter herrsching

Weiterhin mit Herrsching auf der Jagd nach Erfolgen: Libero Ferdinand Tille (li.) und Außenangreifer Tim Peter.

(Foto: Oryk Haist/Imago)

Libero Ferdinand Tille und Außenangreifer Tim Peter bleiben in Herrsching - auch weil sie dort Studium, Familie und Profisport sehr gut verbinden können.

Von Sebastian Winter, Herrsching

Ferdinand Tille ist ein Wohlfühlmensch. Der 165-malige Volleyball-Nationalspieler hat das spätestens in der Saison 2014/15 bemerkt, als er beim polnischen Klub Skra Bełchatów unter Vertrag stand. Die Auslandserfahrung möchte er nicht missen, die Menschen fand er auch sehr nett dort, aber so ganz alleine im Hotelzimmer im Plattenbau, mit Bad und Toilette ganz in rosa, fühlte sich Tille irgendwann doch recht einsam. Seit 2015 ist der gebürtige Mühldorfer Tille der Libero der WWK Volleys Herrsching, der Klub vom Ammersee ist sein Wohlfühlort geworden. Sechs Jahre sind eine lange Zeit im Spitzensport, Tille hat nun seinen Vertrag nun um eine weitere Saison verlängert.

Der 32-Jährige wohnt mit seiner Freundin in München, "ich bin super zufrieden dort und bereue es keine Sekunde". Im November kam Sohn Jonathan zur Welt. Tille hat inzwischen auch sein Studium beendet, "er arbeitet künftig zu 50 Prozent bei uns im Management, zu 50 Prozent ist er unser Libero", sagt Herrschings Trainer Max Hauser. Das heißt aber nicht, dass Tille nun zum Teilzeit-Abwehrchef der Herrschinger wird. Der WM-Dritte von 2014 ist auf dieser Position weiterhin als Nummer eins gesetzt. "Er ist für mich nach wie vor einer der drei besten Liberos, die wir in Deutschland haben", sagt Hauser, "ich finde sogar, er hat sich in den letzten ein, zwei Jahren in Annahme und Abwehr nochmal gesteigert." Als Aushilfszuspieler, falls die Annahme mal nicht so perfekt ist und Tille den Ball dann also von hinten zu den Angreifern pritscht, sei er ohnehin "perfekt", sagt Hauser: "Er hat alle Variationen drauf, es ist schon einmalig, was er im Zuspiel kann."

Tille möchte möglichst bald mit Herrsching sein erstes Spiel im Münchner Audi Dome absolvieren - und arbeitet dafür auch im Management mit

Tille wünscht sich, in der kommenden Saison endlich einmal mit Herrsching das Playoff-Halbfinale zu erreichen - und das erste Spiel im Audi Dome mit Herrsching zu absolvieren, worauf der Klub schon lange hinarbeitet. Zuletzt wurden die Volleys bei diesem Plan, temporär in die große Münchner Arena zu ziehen, von der Corona-Pandemie ausgebremst. Von den Bayern-Basketballern, deren Heimstätte der Dome ist, wird das Vorhaben ohnehin unterstützt, und Tille soll es nun weiter vorantreiben.

Neben Tille bleibt den Herrschingern ein weiterer Eckpfeiler erhalten. Außenangreifer Tim Peter, der auf dem Feld eher kein Vulkan wie Tille ist, geht auch schon in seine fünfte Saison bei den Volleys. Der Annahmespezialist und Maschinenbaustudent versucht am Ammersee, wieder an seine starke Form vom Beginn der vergangenen Saison anzuknüpfen. "Am Ende hatte er einen kleinen Einbruch, das hatte meiner Meinung nach auch mit seinen Uniprüfungen zu tun", sagt Hauser. Auch das Thema Nationalmannschaft scheint für Peter, der einige Lehrgänge mitgemacht hat, zurzeit eher nicht mehr aktuell zu sein. "Solange Andrea Giani Bundestrainer ist, ist das schwierig, er sieht die Entwicklung von uns und Tim leider nicht", sagt Hauser. Dafür sieht Herrschings Trainer Peter und auch Tille als wichtige Stützen auch für die kommende Saison. "Beide Spieler bilden so etwas wie die Seele des Teams der letzten Jahre."

Mit Tille, Peter und Diagonalmann Jonas Kaminski, der am Freitag ebenfalls seinen Vertrag am Ammersee verlängerte, ist Herrschings Kader nahezu komplett - allerdings sind die beiden Königstransfers noch nicht vermeldet: der dritte Außenangreifer, ein spanischer Nationalspieler, wie Hauser sagt, und der zweite Diagonalspieler, zu dem Hauser noch keine Angaben macht. Es sieht aber ganz danach aus, als habe der Klub für die kommende Saison ein Team zusammengestellt, das zumindest realistische Chancen aufs Playoff-Halbfinale hat.

© SZ/lib
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