bedeckt München 17°

Volleyball:Letzter Kaugummi

06.03.21, Berlin, Volleyball: 1.Bundesliga, Maenner, Hauptrunde, 20. Spieltag, BR Volleys - WWK Volleys Herrsching, Max-; herrsching berlin

Einer seiner letzten Einsätze für Herrsching: Der US-Amerikaner Jalen Penrose, hier Anfang März im letzten Hauptrundenspiel gegen Berlin, verlässt den Klub vom Ammersee nach zwei Jahren.

(Foto: Andreas Gora/Imago)

Jalen Penrose verlässt Herrschings Volleyballer. Der 26-jährige US-Amerikaner half dem Erstligisten vor allem im Aufschlag und Angriff - arbeitete aber für den Geschmack des Trainers zu wenig an seinen Schwächen. Blocker Dorde Ilic bleibt dagegen am Ammersee.

Von Sebastian Winter

Sein letzter Auftritt für die WWK Volleys Herrsching wird Jalen Penrose wohl noch lange verfolgen. 13. März, zweites Playoff-Viertelfinalspiel gegen Lüneburg. Verliert Herrsching diese Partie, ist die Saison vorbei. Penrose spielt famos, so gut wie nie in dieser Spielzeit, er macht 34 Punkte, davon drei Asse. Zum Vergleich: Dem zweitbesten Angreifer Jordan Ewert gelingen 19 Punkte. Penrose hält Herrsching auch im fünften Satz im Spiel, bis zum 13:14: Da schlägt der 26-jährige US-Amerikaner den Ball in Lüneburgs Block und sinkt zu Boden. Das Spiel ist aus.

Nun ist klar, dass es für den schlag- und sprunggewaltigen Mann aus Boston, Massachusetts nicht weitergeht in Herrsching. "Wir werden Jalen morgen oder übermorgen Ciao sagen", sagte Trainer Max Hauser am Freitag auf SZ-Nachfrage: "Es waren gute zwei Jahre, er hat viele Asse geschlagen. Am Ende ist es einfach Business." Herrschings Coach lässt zugleich durchblicken, dass es auch ein paar teaminterne Probleme mit dem extrovertierten, Kaugummi kauenden Diagonalspieler gegeben habe, "nichts Wildes", sagt Hauser, aber eben doch Dinge, die nicht so gepasst haben.

Hauser mag es, wenn sich Spieler noch formen und zurechtbiegen lassen. Penrose war aber schon bei seiner Ankunft ein Profi, der nicht so recht in dieses Raster passt. Er wusste immer um seinen Wumms in Aufschlag und Angriff, hat aber für Hausers Geschmack nicht immer in aller Konsequenz an sich gearbeitet. Ersatz gibt es offenbar schon, ein junger Ausländer, "athletisch noch einen Tick besser und mit einem noch größeren Willen, an seinen Schwächen wie Block und Abwehr zu arbeiten", sagt Hauser.

Nach der mit zwei 2:3-Niederlagen im Playoff-Viertelfinale so unglücklich zu Ende gegangenen Saison, in der Herrsching als Hauptrunden-Vierter so gut war wie nie und auch das Pokalfinale nur hauchdünn verpasste, sind weitere Personalien geklärt. In Dorde Ilic bleibt nach Luuc van der Ent und Iven Ferch auch der dritte Blocker am Ammersee, der Serbe unterschrieb einen Einjahresvertrag mit Option auf eine weitere Saison - die er ziehen möchte, wenn seine Freundin, eine Zahnärztin, die in Serbien weilt, in der Herrschinger Gegend einen Job bekommt.

Libero Ferdinand Tille steht auch kurz vor der Unterschrift, Außenangreifer Tim Peter und Diagonalmann Jonas Kaminski bleiben aller Voraussicht nach ebenfalls am Ammersee. Die Zukunft von Zuspieler Johannes Tille, 23, ist hingegen völlig offen. Dem Nationalspieler liegt auch ein externes Angebot vor. "Er ist in einem Alter, wo er vielleicht auch mal ins Ausland will", sagt Hauser. Ersatz hat der Trainer im Falle eines Abschieds von Tille auch auf dieser Position schon im Blick.

© SZ/sewi/lib
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema