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Tischtennis:Als wäre nichts gewesen

Das Training geht weiter, zumindest für Kaderspieler wie Bayern Münchens Daniel Rinderer. Die Mannschaftsspiele sind dagegen auch für ihn abgesagt.

(Foto: Claus Schunk)

Nach dem BTTV hat nun auch der DTTB die Saison unterhalb der ersten Ligen annulliert. Die betroffenen Vereine zeigen Verständnis.

Von Andreas Liebmann, München

Wenige Tage nach dem Bayerischen Tischtennis-Verband (BTTV) hat nun auch der Deutsche Tischtennis-Bund (DTTB) die laufende - oder vielmehr seit Anfang November ruhende - Saison für beendet erklärt. Das gilt für alle Ligen unterhalb der ersten Bundesliga der Frauen und der eigenständigen TTBL der Männer. Früher als ursprünglich angekündigt traf das DTTB-Präsidium diese Entscheidung nach einer Konferenz mit den Landesverbänden vom Montagabend. "Die Spielzeit 2020/21 wird in diesen Ligen für ungültig erklärt und damit so behandelt, als hätte sie nicht stattgefunden", heißt es in der Veröffentlichung. Nachdem am vergangenen Freitag bereits der BTTV die Saison für all seine Ligen annulliert hatte, was nach Verbandsangaben 50 000 Aktive in 1500 Vereinen betraf, ist nun also klar, dass sich auch die zweiten und dritten Bundesligen, Regional- und Oberligen sozusagen in der vorzeitigen Sommerpause befinden. "Wir hatten bis zuletzt gehofft, dass wir die im November beschlossene Einfachrunde zu Ende spielen können", sagte die für Leistungssport zuständige DTTB-Vizepräsidentin Heike Ahlert. Man habe sich diese Entscheidung nicht leicht gemacht.

Nach der vom Deutschen Olympischen Sportbund propagierten Einteilung würden erste bis dritte Ligen in jene Kategorie von Profisport fallen, der mit Hygienekonzepten weiterspielen dürfte, worauf zum Beispiel die zweite Basketball-Bundesliga der Frauen mit der TS Jahn München unlängst erfolgreich gepocht hatte. Der DTTB betonte in seinen Ausführungen aber vor allem den Schutz der Gesundheit seiner Aktiven und die Sperrung vieler Hallen. Rudi Lutzenberger vom Frauen-Drittligisten TuS Fürstenfeldbruck reagiert entsprechend unaufgeregt. "Wir haben es erwartet", sagt er. Er hoffe, dass es vielleicht im Sommer einen zusätzlichen Pokalwettbewerb gebe, denn gerade für junge Kadermitglieder, die noch nicht international zum Zug kommen, sei das schon "eine sehr lange Zeit nur mit Training" gewesen. Das alles sei nicht sehr motivierend, andererseits gebe in dieser Pandemie schlimmere Härten.

Die große Mehrzahl der Aktiven hat während des Lockdowns gar keine Trainingsmöglichkeiten. Der Männer-Drittligist FC Bayern München etwa hat einige BTTV-Kadermitglieder, die über den Verband trainieren, und eine Handvoll Jugendlicher, die ebenfalls wegen ihres Status in die Halle darf - der große Rest muss auch hier mit Videoangeboten Vorlieb nehmen. Trotzdem sagt Abteilungsleiter Matthias Stein: "Wir tragen das alles mit. Es ist eine schwierige Situation für alle, und die Gründe sind gut nachvollziehbar." Sportlich wirke sich die Annullierung auf die Männerteams ohnehin nicht aus. Die erste Mannschaft stand nach einem hervorragenden Saisonbeginn auf Rang drei, weit weg von Abstiegssorgen. Für die Vereine gehe es nun vor allem darum, ihre Aktiven trotz der langen Pause irgendwie "bei der Stange zu halten".

© SZ/sjo
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