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SZ-"Formsache":Auf dem Abrahamsweg

Germering Stadthalle
PROGRAMMÄNDERUNG: 
Donnerstag, 03.12.2020 â€" 19:30 Uhr 
Christian Springer „BEST OF Springer“

Kabarettist, Autor, Humanist: Christian Springer, 55, setzt sich in Wort und Tat für Schwächere ein – ob als „Sechziger in dritter Generation“, mit dem Fuß beim FC Sternstunden, dem Benefizteam des BR, oder mit dem 2012 von ihm gegründeten Verein Orienthelfer, wie zuletzt nach der Explosion im Hafen von Beirut. 2019 erhielt Springer die Auszeichnung „München leuchtet“.

(Foto: Stadthalle Germering/oh)

Steher? Steiger? Springer, Christian Springer. Kabarettist mit Sechziger-Schwäche.

SZ: Sport ist...

Christian Springer: ...großartig. Wenn man ihn mag.

Ihr aktueller Fitnesszustand?

Ganz, ganz, ganz schlecht. Leider. Zwei mal 45 Minuten auf der Bühne stehen funktioniert aber noch fehlerfrei.

Felgaufschwung oder Einkehrschwung?

Einkehr! Gibt es Menschen, die das anders sehen?

Sportunterricht war für Sie?

Alles, was nicht Fußball hieß, war grausam und unerträglich.

Ihr persönlicher Rekord?

Definitiv beim Bergsteigen. Das ging viele Jahre ziemlich gut. 16-Stunden-Touren waren da dabei. Das war toll.

Stadion oder Fernsehsportler?

Fernseher habe ich nicht, und im Stadion bin ich häufiger beim Drehen als zum Zuschauen. Das muss sich ändern.

Bayern oder Sechzig?

Hahaha, was soll diese Frage? Drei Generationen 60er in der Familie. Da gibt's nix anders. Aber großer Respekt vor den Bayern.

Ihr ewiges Sport-Idol?

Abraham. Der ging zu Fuß von Mesopotamien bis ins Gelobte Land. Das hat seither niemand mehr geschafft.

Ein prägendes Erlebnis?

Auf der Tribüne im Olympiastadion. Das Spiel weiß ich nicht mehr. Aber wie durch einen klitzekleinen Schiedsrichterpfiff totale Begeisterung blitzschnell in Aggression und körperliche Gewalt ausarten kann, das bleibt hängen.

In welcher Disziplin wären Sie Olympiasieger?

Marathon-Lesen.

Mit welcher Sportlerin/welchem Sportler würden Sie gerne das Trikot tauschen?

Schwierige Frage. Vielleicht Christian Neureuther. Vernünftiger Ehrgeiz, großer Erfolg, verbunden mit dem Gefühl für Familie und Heimat, und immer mit großer Lässigkeit und Fröhlichkeit. Das muss man erst mal schaffen. Aber tauschen: bitte nur ganz kurz.

Unter der Rubrik "Formsache" fragt die SZ jede Woche Menschen nach ihrer Affinität zum Sport. Künstler, Politiker, Wirtschaftskapitäne - bloß keine Sportler. Wäre ja langweilig.

© SZ vom 01.10.2020

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