bedeckt München 14°

Interview:"Wir sind das einzige Corona, das wirklich positiv ist!"

Chris Pettinger

Klubpräsident Chris "Monaco" Pettinger hofft, dass nicht bald jemand kommt und sagt: Der Name muss weg.

(Foto: privat/oh/privat/oh)

Die Freizeitfußballer von Hellas Corona haben derzeit Zwangspause. Präsident Chris Pettinger erklärt, dass es den Team-Namen viel früher gab als das Virus.

Von Christoph Leischwitz, München

Nicht nur der Amateur-, auch der Freizeitfußball hat zurzeit Zwangspause. Eine Mannschaft aus der Münchner "Royalbavarianliga" ist davon in besonderer Weise betroffen: Hellas Corona. Ein paar Nachfragen an deren "Presidente" Chris "Monaco" Pettinger.

Herr Pettinger, wie und wo wurde die Mannschaft gegründet? Der Name hört sich so an, als ob einige im Griechenland-Urlaub mexikanisches Bier getrunken hätten.

Pettinger: Aber genau so war es nicht. Ich habe vorher bei Juventus Urin gespielt, und wir haben gesagt: Diese italienische Angelegenheit, die behalten wir bei. Wir vier Gründungsmitglieder fanden, dass Hellas Verona ein cooler Verein ist. Das mit Corona kam dann eigentlich nur dazu, weil es sich so ähnlich anhört wie Verona. Aber natürlich ging letztes Jahr dann die Fragerei los: Wann habt ihr euch gegründet, habt ihr euch wegen des Virus so genannt? Aber bis das andere Corona kam gab's uns schon fast 20 Jahre.

Was muss man sich sonst noch alles anhören mit dem Mannschaftsnamen?

Der Hauptwitz, der jetzt immer kommt ist: Seid ihr alle gegen das Fußballvirus geimpft? Oder ob wir uns jetzt nicht vielleicht Covid-11 nennen wollen. Ob wir uns nicht umbenennen wollen in Hellas Astra Zeneca. Den Namen fände ich ja für eine Freizeitmannschaft in Hamburg tatsächlich nicht schlecht.

Eine wichtige Frage ist tatsächlich, ob Sie angesichts der Pandemie Ihren Namen nun aufgeben wollen.

Ich hoffe sehr, dass nicht bald jemand sagt: Der Name nervt, der muss weg. Ich würde sagen: Jetzt erst recht! Jetzt haben wir doch erst recht einen Bezug. Wir sind sozusagen das einzige Corona, das wirklich positiv ist!

Bevor Corona zum zweiten Lockdown zwang, haben Sie in der RBL noch zwei Spiele in einer Kleingruppe absolviert. Ein 5:0-Sieg und ein 10:0-Sieg. Ganz schön hohe Tor-Inzidenz!

Genau. Zurzeit spielt ja natürlich die Freizeitliga auch nicht. Und da haben wir mit denselben Problemen zu kämpfen wie andere, selbst wenn in der Chatgruppe immer mal ein paar Wortwitze rumgehen: Die Gruppe schläft langsam ein bisschen ein. Man kann nicht trainieren, sich nicht mit der ganzen Mannschaft treffen.

Ändern Sie jetzt ihr Wappen oder die Trikots?

Wir haben in unserer Chatgruppe aber schon darüber diskutiert, ob wir das Virus mit ins Wappen nehmen. Müsste sich nur noch einer finden, der das gut zeichnen kann. Auf den Trikots irgendwelche Witze zu machen, da haben wir schlechte Erfahrungen.

Inwiefern?

Wir hatten uns wegen des "Hellas" im Namen mal den Jux gemacht, Die Trikots mit griechischen Namen zu beflocken. Einmal hat mein Chef mitgespielt, der trug das Trikot "Achilles". Und riss sich genau in dem Spiel die Achillessehne.

© SZ/toe
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema