Süddeutsche Zeitung

Handball - Dritte Liga:Voll im Plan

Drittligist TuS Fürstenfeldbruck ist mit der bisherigen Vorbereitung zufrieden und startet mit dem DHB-Pokal in die neue Saison.

Ein paar Tage in Kroatien ausspannen, mehr war nicht drin. Martin Wild kehrte rechtzeitig zu seiner Mannschaft ins Trainingslager in Wien zurück, mit dem die heiße Phase der Saisonvorbereitung des Handball-Drittligisten eingeläutet wurde. Und das mit drei hochkarätigen Testspielgegnern: Gleich am ersten Abend setzte der TuS mit einem 34:33-Sieg gegen den HC Fivers Margareten das erste Achtungszeichen, das Team aus dem fünften Wiener Bezirk war immerhin Meisterschaftvierter und vor einem Jahr Titelträger in der Handball Liga Austria. Es folgte ein respektables 30:34 gegen UHK Krems, aktueller österreichischer Meister, und ein 26:33 gegen die SG Handball West Wien, den Meisterschaftsdritten des Vorjahres. Nicht nur wegen der vier Tage Intensivüben ist der Trainer der Panther "sehr zufrieden", Wild berichtet von "einer sehr guten Arbeit" der Mannschaft, "wir sind im Plan".

Es gibt aber einen gravierenden Unterschied zu den Vorjahren, bislang sind die Brucker von Verletzungen verschont geblieben, lediglich Falk Kolodziej hat sich in der ersten Trainingswoche bei einem Testspiel gegen den Bayernligisten Friedberg eine Blessur am Meniskus zugezogen, "nicht Schlimmes", wie Wild weiß, der Spielmacher war in Wien schon wieder mit von der Partie. Einerseits ein Grund zur Freude, doch in der verbleibenden Woche bis zum 24. August, an dem der TuS beim TV Willstätt in die Saison startet, kann noch viel passieren. Und genau an dieser Stelle legen sich ein paar Sorgenfalten auf die Stirn des Trainers, denn im Gegensatz zu den Vorjahren ist der Kader weit weniger üppig besetzt. In Frederik Hartz, Maximilian Lentner, Matthias Hild, Felix Augner, Johannes Luderschmid und Alexander Horner haben sechs Akteure den Verein verlassen oder ihre Karriere beendet, zudem wird Max Horner wohl erst in der Endphase der Saison wieder zur Verfügung stehen, der Linkshänder musste zuletzt wegen Kreuzbandriss und Meniskusschaden zweimal unters Messer. Womit die problematische Seite im Angriff angesprochen wäre, in Hild, Lentner und Augner fehlen dem TuS drei Linkshänder.

Immerhin verschafft Benedikt Hack in dieser Hinsicht etwas Linderung, der 20-Jährige kehrt vom SC Magdeburg nach Fürstenfeldbruck zurück. Hack durchlief die Jugend des TuS, ehe er sich dem Nachwuchsprogramm des Bundesligisten anschloss, mit dessen A-Jugend er vor einem Jahr Platz zwei in der deutschen Meisterschaft erringen konnte. In der abgelaufenen Saison spielte er in der zweiten SCM-Mannschaft, die wie der TuS in der dritten Liga zu Werke geht, seine erste Saison im Männerbereich (43 Spiele, 130 Tore), nun soll er den abgewanderten Felix Augner ersetzen. Zweiter Zugang ist Kreisläufer Johannes Borschel, der vom Bayernligisten HT München nach Bruck wechselt. Der 36-jährige Routinier erholt sich von einem Kreuzbandriss, Wild erwartet ihn aber "in ein paar Wochen" in Vollbesitz seiner Kräfte zurück. Der wuchtige Kreisläufer gilt als ausgemachter Teamplayer und will im Herbst seiner Karriere den Bruckern Stabilität im Angriff verleihen.

Mehr Zugänge hat der TuS nicht zu bieten, kann indes auf einen hochkarätigen und eingespielten Kader vertrauen, in dem neben Kolodziej Torhüter Michael Luderschmid, Abwehrchef Korbinian Lex sowie im Rückraum Johannes Stumpf und Sebastian Meinzer die Eckpfeiler sind. Freude bereiten dem Trainer auch Linkshänder Alexander Leindl, der ebenfalls nach einem Kreuzbandriss zu alter Stärke zurückgefunden hat, und Yannick Engelmann, der sich in der Vorsaison mit einigen Verletzungen herumplagte. Dennoch warnt Wild, dass "wir auf den Außenpositionen nur einfach besetzt sind".

Eine erste Standortbestimmung steht seiner Mannschaft bereits eine Woche vor Saisonbeginn in der ersten Runde des DHB-Pokals bevor, wenn die Brucker diesen Samstag im Viererturnier bei der TGS Pforzheim auf den Zweitligisten HC Elbflorenz Dresden treffen. Der Gastgeber spielt gegen den Erstligisten Bergischer HC, am Sonntag wird der Sieger ermittelt, der ins Achtelfinale des DHB-Pokals einzieht. Dabei kann Wild den Ligakonkurrenten Pforzheim beobachten, der sich selbst zum Kreis der Favoriten in der Süd-Gruppe der dritten Liga zählt. Der Brucker Trainer sieht auch Dansenberg, Saarlouis, Heilbronn-Horkheim sowie die Reserveteams der Bundesligisten Rhein-Neckar Löwen, Balingen-Weilstetten und Erlangen als Meisterschaftsaspiranten. Und der TuS? "Wir haben eine Top-Mannschaft", sagt Wild, "wenn wir verletzungsfrei durchkommen".

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SZ vom 17.08.2019
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