Formsache "Nie wieder Brech-Stange!"

Mit ihrem Schlusswort "Alles wird gut" hat Nina Ruge sich in der deutschen Alltagssprache verewigt. Im August feiert die Münchnerin ihren 60. Geburtstag.

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Tanzdohle mit Faible für Grenzgänger: Nina Ruge

SZ: Sport ist . . .

Nina Ruge: . . . die beste Lebensversicherung. Und der Zins ist ausnahmsweise hoch: Lebensfreude!

Ihr aktueller Fitnesszustand?

Kraft ordentlich im Aufbau - Ausdauer mäßig. Mein Hund hatte eine Kreuzband-OP und darf nicht rennen. Ich trotte also auch.

Felgaufschwung oder Einkehrschwung?

Weder noch! Barren war schon als Schülerin "Brech"-Stange für mich - und Skifahren habe ich als Lehrerin gecancelt: In den Schulferien sind Skiorte zu voll und zu teuer!

Sportunterricht war für Sie?

In der Oberstufe genial: wir durften wählen. Nie wieder Brech-Stange! Keine Leichtathletik! Dafür Basketball und Schwimmen. Das mit dem Schwimmen beglückt mich bis heute.

Ihr persönlicher Rekord?

Niemals vom Drei-Meter-Brett gesprungen zu sein.

Stadion oder Fernsehsportler?

Auslese. Unter der Maßgabe "Alles wird gut". Deshalb nur Bayern in der Arena.

Bayern oder Sechzig?

Ich sagte ja: Ich bin für ein klares: "Alles wird gut".

Ihr ewiges Sport-Idol?

Reinhold Messner. Weil er nicht nur Sport-ler, sondern Grenzgänger ist, mental und körperlich. Was kann ich? Wer bin ich? Wer oder was setzt mir Grenzen? Und wo beginnt Demut - was ist der menschliche Makel?

Ein prägendes Erlebnis?

Der Tanz. Ich durfte schon mit drei Jahren im Orff-Schulwerk tanzen, improvisieren, Rhythmik erfahren. Das hat mich lebenslang geprägt. Später Ballett - na ja. Aber dann Jazztanz, so richtig und über viele Jahre. Deshalb bin ich bis heute eine Tanzdohle, wenn die Musik stimmt.

In welcher Disziplin wären Sie Olympiasieger?

Ich? Olympia? Sieger? Geht's noch? Letztens habe ich Verena Bentele in der Sendung gehabt. Ja, auch ein Sportidol. Grenzgängerin ohne Augenlicht und mit begeisterndem Mut. Leuchtendes Vorbild!

Mit welcher Sportlerin/welchem Sportler würden Sie gerne das Trikot tauschen?

Ich liebe mein Trikot. Aber gut, mal probeweise? Bernhard Langer. Er ist eins mit dem Sport und dem Leben. Er braucht nicht den Ruhm, sondern die Herausforderung. Er gibt nie auf und wandelt sich mit dem Älterwerden. Er hadert nicht, er nutzt die Niederlage. Er ist ein Hero im besten Sinne.

Unter der Rubrik "Formsache" fragt die SZ jede Woche Menschen nach ihrer Affinität zum Sport. Künstler, Politiker, Wirtschaftskapitäne - bloß keine Sportler. Wäre ja langweilig.