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Sicherheit:Auf dünnem Eis

Beim Eisstockschießen kann einem schon warm werden, womöglich hat deswegen einer der Schützen am Nymphenburger Kanal am Mittwoch seinen Hut kurz abgelegt, um sich den Kopf zu kühlen.

(Foto: Catherina Hess)

Die Stockschützen in Nymphenburg können loslegen, Schlittschuhläufer aber noch nicht

Der Winter dauert gefühlt schon eine kleine Ewigkeit, trotzdem ist die Frostperiode für Schlittschuhläufer noch viel zu kurz, um sich aufs Eis zu wagen. Nur am Nymphenburger Kanal können Eisstockschützen schon ihrem Sport nachgehen, für Eisläufer hingegen ist die Decke noch zu dünn. Herbert Fesl, der im Kanal an der Südlichen Auffahrtsallee die "Eisstockbahnen Nymphenburg" pflegt, hat sie am Dienstag für die Stockschützen freigegeben. Dort ist das Wasser normalerweise nur knietief und friert deshalb schneller. Schlittschuhläufer üben eine viel stärkere Belastung aufs Eis aus. Fesl ist deswegen dankbar für die Hilfe der Polizei, denn es gibt "immer Verrückte, die bei sechs oder sieben Zentimetern aufs Eis gehen". Per Megafon beordern die Polizisten die Leichtsinnigen dann wieder ans Ufer.

Am kommenden Wochenende könnte auch der Kanal am hinteren Ende vor dem Hubertusbrunnen an der Waisenhausstraße freigegeben werden. Bohrungen hatten am Dienstag zwar ergeben, dass die Eisdecke nur sechs Zentimeter dick ist - erst bei zwölf Zentimetern ist sie laut Wasserwirtschaftsamt ausreichend tragfähig. Aber die Verantwortlichen vom "Schlitterclub München", die am Hubertusbrunnen in ihrer Bude Schlittschuhe verleihen und Glühwein verkaufen, sind zuversichtlich, dass die Eisfläche bis zum Wochenende genügend zulegt. An diesem Donnerstag soll dort noch einmal an mehreren Stellen ins Eis gebohrt werden, um zu sehen, ob die Wintersaison in Gern bald beginnen kann.

Ansonsten heißt es weiterhin abwarten. "Auf keinem der Münchner Seen oder Weiher, die im Unterhalt des Baureferats liegen, ist in den nächsten Tagen mit einer geschlossenen Eisdecke zu rechnen", teilt Referatssprecherin Dagmar Rümenapf mit. Damit sei erfahrungsgemäß erst "nach lang andauernden und starken Frostperioden zu rechnen". Erst seit Neujahr liegen die Temperaturen in München um oder unter dem Gefrierpunkt. Bei den Seen dauert es auch wegen der größeren Wassertiefe deutlich länger als am Nymphenburger Kanal, bis sie so stark zugefroren sind, dass sie gefahrlos betreten werden können. Ob das Eis trägt, kann bei der Grünanlagenaufsicht unter der Nummer 089/ 23 32 76 56 erfragt werden. Zudem stellt die Stadt Schilder an den Ufern auf, ob das Betreten der Eisflächen verboten ist. An allen übrigen Gewässern, die nicht von der Stadt betreut werden, gilt: Betreten auf eigene Gefahr. Für Schlittschuhläufer bedeutet das, entweder weiter auf eiskalte Nächte und kühle Tage zu hoffen, oder beim Prinze, dem Eisstadion an der Prinzregentenstraße, vorbeizuschauen. Dort ist die Eisbahn auch jetzt schon geöffnet.