Show:Ballett der Boliden

Show: Im Mittelpunkt: Autos.

Im Mittelpunkt: Autos.

(Foto: anna warrington)

"Fast & Furious live" soll die Action der Raser-Filmreihe in die Olympiahalle bringen. Die Macher setzen auf Stunts, Leuchtdioden, Pyrotechnik, Videos und die Kinostars - die aufgemotzen Autos.

Von Michael Zirnstein

Der Aufschrei war groß, als herauskam, dass ein Autokonzern an Affen getestet hat, ob der Dreck aus Dieselauspuffen auch wirklich giftig ist. Da darf man sich fragen, welche Menschen sich gerne zu Versuchszwecken für eine Show zur Verfügung stellen, die unter anderem mit dem Versprechen beworben wird: "Das Publikum spürt die Hitze der flammenden Abgase."

Nun, bei der Zielgruppe von "Fast & Furious live" hat man es mit den Fans jener namensgebenden Rennfahrer-Filme zu tun. Und von denen gibt es so viele, dass es die 2001 gestartete Action-Reihe auf acht Teile und fünf Milliarden Dollar Einnahmen gebracht hat. Die Schauspieler Vin Diesel und Co. beliefern da die Träume vieler Möchtegern-Helden: Auto fahren können wie Schumi und dabei die Welt retten. Dass "F&F"-Star Paul Walker in Echt in seinem Porsche Carrera verbrannte, machte den Mythos nur noch größer.

Immer geht es darum, dass gute Menschen als Team in immer anderen schnellen Autos Bösewichte über den Globus jagen oder von ihnen gejagt werden. Da brennt der Gummi, da dampft der Kessel. Angesichts des Qualms über Metalliclack mag man es als Vorteil erkennen, dass Filme nicht stinken. Echte FF-Fans sehen darin Nachbesserungsbedarf. Daher wurde die Live-Show zum Film für die Mehrzweckhallen der Welt geboren.

Man darf in der Olympiahalle keine Tourenwagenmeisterschaft wie vor ein paar Jahren im Stadion erwarten; selbst den Rest Sportlichkeit bei den Motorsport-Fun-Festen "Night of The Jumps" (21.4.) und "Nitro Circus" (4.12.) sucht man hier vergebens. Wenn bei "F&F live" zwei Boliden abheben, dann, weil sie an Seilen gezogen in Zeitlupe einen Sprung simulieren. Es geht um die Ästhetik des Rasens. Natürlich flitzen, kreiseln und driften hier auch Filmstar-Karren wie der Dodge Charge SRT-8 oder der Honda S8000 in Pink (auch an Frauen wird gedacht) übers Parkett, höchstkunstvoll und milimetergenau gelenkt von Stuntfahrern ("ein ultimatives Elite-Team").

Das ist ein Auto-Ballett inmitten einer operettenhaften Zusammenschau der spannendsten Filmszenen. Mit Publikumsinteraktion, LED-Leuchteffekten, Pyrotechnik und viel Piff-Paff-Puff, vor 3D-Videoeinspielern, mit Groß-Requisiten wie einem U-Boot-Turm und brennenden Öltank-Lastwagen ist "Fast & Furious live" die Versuchsanordnung einer neuen Show-Gattung - freiwillige Testpersonen dürften sich leicht finden lassen.

Fast & Furious live, 16.-18. Feb., Fr. 19.30 Uhr, Sa. 16 & 20 Uhr, So. 13 Uhr, Olympiahalle, mehr Infos hier.

© SZ EXTRA vom 15.02.18/axi
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