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Sechziger-Fans: An Krisen gewöhnt:Wer Fan sein will muss leiden

Der TSV 1860 München steht kurz vor dem finanziellen Aus. Anders als erwartet, sehen die Fans der Misere relativ gelassen entgegen. Sechziger-Fans über Krisen und Tiefschläge.

Verena Schälter

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Umfrage zum TSV 1860 München

Quelle: Johanna Fulda

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Der TSV 1860 München steht kurz vor dem finanziellen Aus. Anders als erwartet sehen die Fans der Misere relativ gelassen entgegen. Anhänger des Vereins über Krisen und Tiefschläge.

Werner ist als eingefleischter Löwen-Fan an Tiefschläge gewöhnt: "Ich bin Sechziger-Fan geworden, weil mein Bruder Bayernfan war und da bin ich sehr froh darüber. Der TSV steht einfach für den ehrlicheren Fußball. Für mich als echten Sechziger-Fan ist auch die momentane Krise nichts besonderes, schließlich ist man an so etwas gewöhnt. Außerdem, was sind schon 8,5 Millionen? Ein Abwehrspieler vom FC Bayern kostet das Doppelte."

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Dieter kam über die Leichtathletik zum Fußball: "Auch wenn man es mir heute nicht mehr unbedingt ansieht, habe ich früher mal Leichtathletik gemacht und zwar beim TSV 1860 München. Irgendwann hab ich dann mein Interesse auf Fußball ausgeweitet und bin seither Sechziger-Fan. Allerdings bin ich noch relativ gemäßigt im Vergleich zu meinem Sohn. Der würde dem TSV nur dann den Rücken zuwenden, wenn Lothar Matthäus Trainer wird."

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Eigentlich weiß Harry nicht viel Positives über die Sechziger zu sagen, trotzdem ist und bleibt er Fan der Löwen: "Das letzte Mal im Stadion war ich, als der TSV gegen den SV Aalen gespielt hat. Das war gleichzeitig auch das letzte Spiel im Grünwalder Stadion. Da hätt' ich mich am liebsten selbst eingewechselt, obwohl ich gar nicht Fußball spielen kann. Eigentlich weiß man als erfahrener Sechziger-Fan: Ab der zweiten Halbzeit geht's bergab. Einmal standen im Stadion drei kleine Jungs im TSV-Trikot neben mir und einer sagte 'So schlecht haben sie ja noch nie gespielt.' Meine Antwort: 'Du hast wohl noch nicht allzu viele Spiele gesehen.' Ein bisschen masochistisch muss man halt schon sein."

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Quelle: Johanna Fulda

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Petra bezeichnet sich selbst als "TSV-Sympathisantin": "Ich freue mich sehr, wenn die Sechziger gewinnen. Aber mein Schwiegersohn ist ein 120 prozentiger Fan. Als mein Enkel geboren wurde, bekam er als erstes einen blau-weißen Minifußball in die Wiege gelegt und mit nicht einmal zwei Tagen war er bereits im Verein angemeldet."

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Christian ist ein waschechter TSV-Fan und hat seine Leidenschaft zum Beruf gemacht: "Als ich noch ein Kind war, hat mich mein Vater auf seinen Schultern ins Stadion getragen. Heute arbeite ich im Ordnungsdienst der Sechziger. Sechziger-Fan zu sein ist ein Lebensgefühl, das heißt beim TSV vor allem, dass man leidensfähig sein muss. Aber je mehr man leidet, desto mehr steht man zusammen - das ist nicht nur im Fußball so."

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Auch Ralf hat schon einiges mit "seinem Verein" durchgestanden: "Die Sechziger in der Krise? So ein Schmarrn. Es gab schon viel schlimmere Zeiten. Ich war mal bei einem Spiel in Ulm dabei. 600 Fans des TSV sind angereist, obwohl der Verein in der Bayernliga gespielt hat und da noch fast abgestiegen wäre. Die Zeit der Bayernliga war auch eigentlich ganz schön, da musste man zum Auswärtsspiel wenigstens nicht durch ganz Deutschland fahren."

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Knut wurde erst in München zum Fußballfan: "Ich bin gebürtiger Saarländer und hatte eigentlich nie viel mit Fußball am Hut. Aber seit ich in München lebe, bin ich infiziert. Ich schau mir zwar auch Spiele vom FC Bayern an, aber eigentlich bin ich Sechzger-Fan. Ich steh' nämlich auf Außenseiter."

Was verbinden Sie mit den Löwen? Was würde eine Insolvenz des Vereins für Sie bedeuten? Erzählen Sie uns Ihre Geschichte - hier.

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