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Sanierung:Wie im KVR jetzt alles besser werden soll

Im vierten Stockwerk findet die Geschäftsleitung ihren Platz.

(Foto: Catherina Hess)
  • Für die "Kunden" ist der Besuch in Münchens Ordnungsbehörde oft mit langen Wartezeiten verbunden - der Umbau soll Platz für zusätzliche Mitarbeiter schaffen.
  • Die Bauarbeiten finden bei laufendem Bürobetrieb statt. Jeder einzelne Mitarbeiter muss mindestens einmal umziehen, manche auch mehrmals.
  • Das Gebäude an der Ruppertstraße wird nicht nur saniert, sondern auch um ein Stockwerk erweitert.

Von Dominik Hutter

An der Wand lehnen Schrankelemente mit Zahnrädern und Ketten, Männer im Blaumann schleppen große Metallteile aus den Räumen. Das orangefarbene Registratursystem mit seinen fahrbaren Aktenfächern wird komplett demontiert, in die Räume im vierten Stock kommt ein Großraumbüro für 18 Mitarbeiter. Einst waren hier Gewerbeakten und Dokumente der Waffenbehörde eingelagert - die sind nun in den Keller umgezogen.

Und das ist erst der Anfang. Im Kreisverwaltungsreferat, das demnächst hinter Baugerüsten verschwindet, werden in den kommenden Jahren hausinterne Umzüge zum Massenphänomen. Der aus den Achtzigerjahren stammende Klotz an der Ruppertstraße wird bei laufendem Bürobetrieb saniert und aufgestockt.

Noch im April beginnt die Einrichtung der Baustelle. In den drei Innenhöfen werden Kräne aufgestellt - damit das überhaupt möglich ist, musste die darunterliegende Tiefgarage mit zusätzlichen Stützen verstärkt werden. Die Fassade verschwindet hinter einem Baugerüst und wird, wenn sie Ende 2018 wieder auftaucht, nicht mehr wiederzuerkennen sein. Alle 2300 Fenster werden ausgetauscht, und weil der Komplex einen durchgehenden fünften Stock erhält, kommen noch 710 neue hinzu.

Es ist eng geworden in der Zentrale der Münchner Ordnungsbehörde. Die Stadt wächst, und mit ihr der Arbeitsaufwand in der Verwaltung. Damit die bald 1,6 oder 1,7 Millionen Münchner mit einem vertretbaren Zeitaufwand ihre Ausweise verlängern, ihre Gewerbescheine, Führerscheine oder Parklizenzen beantragen können, muss das Kreisverwaltungsreferat größer werden.

200 neue Arbeitsplätze sollen unterkommen, wo heute noch Dachflächen und Terrassen sind sowie einige Lager- und Besprechungsräume, die nur über Oberlicht verfügen und mit ihren hölzernen Wandvertäfelungen den Geist der längst vergangenen Achtzigerjahre atmen. Der bereits vorhandene fünfte und sechste Stock im Trakt an der Lindwurmstraße soll Fenster erhalten und zu Büros umgewandelt werden. Die kaum genutzten Ein- und Ausgänge zur Ruppertstraße werden auffälliger gestaltet, damit nicht immer jeder das überlastete Portal an der Lindwurmstraße nutzt.

Wenig Einschränkungen für die Kunden

Die Antragsteller und Dokumentabholer, die im Behördenjargon "Kunden" heißen, müssen am Anfang nicht allzu viele Einschränkungen in Kauf nehmen. Ein paar Parkplätze in der Tiefgarage fallen weg, gelegentlich muss ein Aufzug außer Betrieb genommen werden. Und möglicherweise hat der vertraute Ansprechpartner auf einmal ein neues Büro. Die Asyl-Abteilung wechselt am 1. Juli in angemietete Büros an der Seidlstraße.

Den Mitarbeitern des Kreisverwaltungsreferats steht dagegen eine echte Durststrecke bevor. Provisorien, Umzüge, Baulärm, Staub, Gerüste - die Kollegen trifft es während der gesamten Bauphase hart, warnt der für den Umbau verantwortliche Projektleiter Klaus Schreiber. Noch geht es relativ harmlos zu.

In zahlreichen Wänden sind inzwischen kleine Löcher zu sehen: Probebohrungen, mit denen festgestellt werden soll, ob die Statik des Gebäudes überhaupt eine Aufstockung verträgt. Falls es Probleme gibt, müssen die Wände verstärkt werden, bis ganz nach unten durch logischerweise. Demnächst beginnt dann auch die große Büro-Rochade, denn Teile des Gebäudes müssen für die Bauarbeiten geräumt werden.

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