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Sanierung:Neun Millionen für Regattastrecke

Sportausschuss der Stadt votiert einstimmig für Investitionen

Von Sebastian Winter

Der Sportausschuss der Stadt München hat am Mittwochnachmittag einstimmig dafür votiert, bis 2022 neun Millionen Euro in die renovierungsbedürftige Olympiaregattastrecke in Oberschleißheim zu investieren. Sechs Millionen Euro sind für das Haushaltsjahr 2021 geplant, weitere drei Millionen sollen 2022 in die Anlage fließen. Gut eine Million Euro will die Stadt außerdem in temporäre Bauten für die Ruder- und Kanu-Wettkämpfe der European Championships 2022 stecken. Die für Olympia 1972 gebaute Anlage ist völlig veraltet, ursprünglich wollte die Stadt 61 Millionen Euro in sie investieren. Nun sollen zumindest die Stege, der umlaufende Asphaltweg und zum Teil die Sanitäranlagen saniert werden. Die Vollversammlung des Stadtrats muss am 16. Dezember noch grünes Licht für das Vorhaben geben, was aber als Formsache gilt.

Dem klaren Votum war im Sportausschuss am Mittwoch eine kurze Debatte vorangegangen, in der sich alle Fraktionen für weitere, über die Neun-Millionen-Investition hinausgehende Baumaßnahmen ausgesprochen haben, die zu einem späteren Zeitpunkt bewilligt werden müssten. Sportbürgermeisterin Verena Dietl (SPD) sagte laut Teilnehmerkreisen, dass sie zwei Signale nach außen senden wolle: Erstens, dass die Instandsetzung fortschreiten solle, sobald es der Stadt finanziell wieder besser gehe; zweitens, dass man sich mehr Unterstützung vom Freistaat und vom Bund erhoffe. Beppo Brem (Die Grünen/Rosa Liste) ergänzte, die einzigartige Anlage dürfe nicht zum Biotop werden.

Weil die Regattaanlage nie zum Leistungszentrum erklärt wurde, löste der Bund Ende 1992 seine finanziellen Verpflichtungen mittels einer Einmalzahlung von 6,8 Millionen D-Mark ab. Diese Reserve, umgerechnet rund 3,7 Millionen Euro, ist nun Teil der Neun-Millionen-Finanzspritze der Stadt für die Regattastrecke. Ulrike Grimm (CSU) kritisierte im Sportausschuss, dass das Geld des Bundes schon viel früher hätte investiert werden können, dann wäre der inzwischen entstandene Schaden nicht so groß gewesen. Der Freistaat war 2011 aus der Mitfinanzierung ausgestiegen, seitdem trägt alleine die Stadt München die Kosten.

Die Vereine reagierten erleichtert. "Das ist ein Trostpflaster nach dem Schock im Sommer. Aber wir warten auf die große Operation für die gesamte Anlage", sagte Willi Bock, Vorstand der Rudergesellschaft München 1972.

© SZ vom 03.12.2020
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