Rockstars im Amerika Haus Wie in wilden Zeiten

Wer schon immer die Stars des Rock 'n' Roll hautnah erleben wollte, sollte sich die Foto-Ausstellung im Amerika Haus ansehen. Jimi Hendrix, Bob Dylan oder die White Stripes sind dort zu sehen.

Von Ana Maria Michel

Bei so vielen Größen des Rock'n'Roll weiß man gar nicht, wo man zuerst hinschauen soll: Chuck Berry macht seinen "Duckwalk", Mick Jagger und die Rolling Stones sind neben Bob Dylan, den Beatles und vielen anderen bekannten Gesichtern aus sechs Dekaden Rock'n'Roll zu sehen.

Alle diese Stars wurden von bekannten Fotografen wie Sante D'Orazio, Mark Seliger, Gered Mankowitz oder Baron Wolman abgelichtet und sind vom 26. März bis zum 28. Mai im Amerika Haus im Rahmen einer Ausstellung mit dem Titel A-wop-bop-a-loo-bop a-lop-bam-boo - Sechs Dekaden Rock'n'Roll zu bewundern.

Die kunstvollen Fotografien lösen bei den Gästen der Vernissage an diesem Donnerstag Begeisterung aus. "Wow, Deep Purple", sagt jemand begeistert, der eine Fotografie betrachtet, auf der ein Saal nach einem Konzert der Band Deep Puple zu sehen ist. Weder die Band noch die Fans sind auf diesem Bild zu sehen, sondern nur die Spuren des Auftritts.

Bei der Vernissage schwebt der Geist des Rock'n'Roll in der Luft: Lederjacken mit Fransen, Miniröcke und hohe Hacken sind zu sehen. Die Gäste erzählen begeistert von früheren Konzerterlebnissen und bewundern die Stars auf den Fotos. Zwei junge Frauen lassen sich vor einem Bild von Keith Richards - dem Gitarristen der Rolling Stones - fotografieren, so wie man sich mit einem lebendigen Star fotografieren lassen würde.

"Die weltbesten Rockstars sind hier versammelt", schwärmt einer der Besucher der Vernissage. Aber auch die Fotografen, die zwar selten im Rampenlicht stehen, obwohl sie eng mit den Stars zusammenarbeiten, sind an diesem Abend anwesend. Amalie Rothschild, die 1969 beim Woodstock-Festival eindrucksvolle Fotos von Künstlern und ihrem Publikum geschossen hat, spricht die Betrachter ihrer Bilder direkt an: "Do you like that picture?", fragt sie und gibt sich danach als die Fotografin zu erkennen. Sie erntet Lob und Anerkennung für ihre Kunst und wird nach den Geheimnissen ihrer Foto-Technik gefragt.

Auch der Fotograf Baron Wolman ist da, der mit Bildern von den Stones oder von Little Richard vertreten ist. Er hat lange für die Musikzeitschrift Rolling Stone fotografiert und schaut sich die Bilder seiner Fotografenkollegen genau an.

Die Rockstar-Fotos kann man im Amerika Haus aber nicht nur bewundern, sondern auch kaufen. Bob Dylan kann man sich zum Beispiel für 3500 Euro ins Wohnzimmer holen. Eine Fotografie der Hand von Keith Richards von Sante D'Orazio kostet 11.500 Euro. Das Gesicht von Mick Jagger gibt es bereits für 1000 Euro. Geradezu ein Schnäppchen.

Amerika Haus, Karolinenplatz 3, 80333 München, Ausstellungsdauer: 26. März bis 28. Mai 2010, Öffnungszeiten: Mo-Fr 12-17, Mi 12-20, Eintritt frei