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Rock'n'Roll:Das Märchen der Pilzköpfe

The Beatles. Der Comic! von Michels Mabel und anderen, 1. Edition, Hardcover, 227 Seiten.

(Foto: bahoe books (Wien))

Michels Mabel lässt die Beatles-Story von 24 Zeichnern aus verschiedenen Perspektiven darstellen.

Von Dirk Wagner

Die Geschichte der Beatles ist wie ein Märchen, das schon unzählig oft erzählt wurde. Darum ist es nur folgerichtig, wenn Michels Mabel ein solches Märchen nun von 24 Zeichnern aus verschiedenen Perspektiven darstellen lässt. Dafür wird die Beatles-Biografie in 24 Anekdoten aufgeteilt, von der jeder Zeichner eine andere in Szene setzt. Die erste Geschichte beginnt 1956 in einem Liverpooler Schallplattengeschäft, wo der 16-jährige John Lennon sich eine Platte des damals in England gefeierten Skiffle-Musikers Lonnie Donegan kauft. Noch in derselben ersten, von Lu-K illustrierten Episode gründet Lennon seine eigene Skiffle-Band. Über sie lernt er Paul McCartney kennen und George Harrison. Damit ist die Vorgeschichte der Beatles erzählt, die der Zeichner Vox nun im zweiten Kapitel in Hamburg skizziert. Monatelang spielten dort nämlich die zum Teil noch minderjährigen Beatles jede Nacht um die acht Stunden in anrüchigen Etablissements. Tatsächlich machte erst diese harte Schule aus einer eher lausigen Kapelle eine versierte Rockband, die bald schon weltweit die Hitparaden dominierte. Auf 227 Seiten zeigen die Comics des aus dem Französischen übersetzten Buchs "The Beatles. Das Comic!" prägnante Momente der Beatlemania bis hin zur Bandauflösung und die anschließenden Solo-Karrieren der Fab Four.

Natürlich wird dabei auch wieder der Produzent Dick Rowe vorgeführt, der die Beatles als wenig erfolgversprechend abgelehnt hatte. Und natürlich kommt auch die legendäre Begegnung der Beatles mit Bob Dylan vor. Die unterschiedlichen Techniken und Stile der beteiligten Grafiker scheinen mitunter den Wandel der Band auch optisch zu reflektieren. Zumindest aber besticht die Comic-Sammlung mit einer spannenden Vielfalt. Ergänzt werden die Zeichnungen von einer kleinen Geschichtsschreibung und entsprechenden Fotografien. Letztere belegen, dass sich die Ereignisse aus dem gezeichneten Märchen tatsächlich einmal zugetragen haben. Beatles-Fans bietet das freilich keine neuen Informationen. Trotzdem werden auch sie ihre Freude an diesem liebevoll aufbereiteten Comic-Band haben.

© SZ vom 19.11.2020
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