Rock "Willkommen, liebe Freunde, jetzt feiern wir ein Fest."

Revolverheld lernten sich im Popkurs der Hamburger Musikhochschule kennen und nannten sich erst Manga.

(Foto: Benedikt Schnermann PR)

Die Hamburger "Revolverheld" bringen gefühlsbetonte Songs und ihren Kampf für Mutter Erde in die Olympiahalle.

Von Michael Zirnstein

Eine Einladung zur ruhmreichen Konzertreihe "MTV unplugged" kann einiges bewirken, oder, wie Johannes Strate es hanseatisch ausdrückt: "Das ist schon ein anderer Schnack!" Da wurde seine Band Revolverheld, die zuvor schon drei Alben und Hits wie "Spinner" oder "Ich lass für dich das Licht an" in die Top-Ten gebracht hatte, international als "Best German Band" angepriesen, und die der Show-Aufzeichnung folgende Tour zur Drei-CD-Box führte die vier Freunde in die größten Hallen des Landes, etwa in die Olympiahalle.

Diese ist jetzt fürs nächste reguläre Konzert quasi Standard. Obwohl Revolverheld ganz besonders Spaß hatten in den kleinen Clubs, die sie Mitte 2018 zur Vorstellung ihres vierten Albums "Zimmer mit Blick" bereisten. Im Münchner Strom spielten sie "gefühlt vier Stunden", erinnert sich Strate, am Ende auch "im Publikum, und als abgebaut war noch mal auf der Bühne". Die Olympiahalle ist "freilich wie eine andere Sportart", erklärt der Sänger, "da bringst du die große Ami-Show aufs Parkett, aber das macht auch Spaß." Gerade nach den abgerüsteten MTV-Konzerten. "Du guckst dir deine ganzen Gitarren und Fußtreter an und sagst: Willkommen, liebe Freunde, jetzt feiern wir ein Fest."

So erklärt sich auch die Sound-Verspieltheit auf dem aktuellen Album: Rock und Pop klingen da mal fein reduziert, mal fett, mal hipp nach Elektro, mal gefühlsbetont durch Streicher. Mit 38 darf sich Strate auch mal erwachsen wohlig fröstelnd an die Jugendjahre erinnern in "Du kannst es immer noch fühlen", aber es ist auch Platz für die allgegenwärtige Sorge um die Welt. Im Titelstück "Zimmer mit Blick" beklagt er, dass Menschen abschalten, wenn Raketen und Steine fliegen und der Planet gequält wird. Im Fall von Revolverheld ist das nicht aufgesetzt, von Anfang an setzen sie sich für SOS-Kinderdörfer und Flüchtlinge ein, sie rockten im Hambacher Forst gegen die Rodung, und als neue WWF-Botschafter verzichten sie freilich auf Plastik beim Merchandise-Verkauf. dabei stört Strate nur noch, dass sie für die Konzerte jede Menge Strom verbrauchen, übrigens auch unplugged.

Revolverheld, So., 24. März, 20 Uhr, Olympiahalle; So., 14. Juli, Open-Air, Regensburg; t 21 83 73 00

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