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Prozess:Drogenboss im Kosovo verurteilt

Er schmuggelte Heroin nach München, fuhr teure Autos und hatte mindestens 25 Helfer. Erst nach langen Ermittlungen hat die Polizei einen 35-jährige Drogenboss gefasst - in einer Villa in Pristina. Dort wurde ihm der Prozess gemacht.

Er schmuggelte Heroin nach München, fuhr teure Autos und hatte mindestens 25 Kuriere und Helfer, die inzwischen alle in Deutschland in Haft sitzen. Nun ist der 35 Jahre alte Boss eines internationalen Drogenrings im Kosovo zu elf Jahren Haft verurteilt worden. Dabei war der Mann vor Jahren extra von München aus in seine Heimat Pristina geflohen, um sich den Ermittlungen zu entziehen.

Im Oktober 2010 waren Ermittler des Bayerischen Landeskriminalamts und des Zolls dem Drogenhändler das erste Mal auf die Spur gekommen, als sie im Landkreis Landshut zwei Kuriere festnahmen und fünf Kilogramm Heroin sicherstellten. Der Mann, der wegen Rauschgifthandel in München bereits in Haft gesessen hatte, floh in den Kosovo. Das Land liefert eigene Staatsangehörige nicht aus und gilt deshalb als geeignetes Rückzugsgebiet für kosovarische Straftäter.

Die Ermittler verhafteten seine Mitarbeiter und Kuriere und stellten insgesamt 15 Kilogramm Heroin und Drogengeld im sechsstelligen Bereich sicher - an den Boss aber kamen sie lange nicht heran. Er belieferte den Großraum München wohl von seiner Heimat aus weiterhin mit Drogen.

Also reisten deutsche Ermittler und Vertreter der Staatsanwaltschaft München I in den Kosovo und erreichten, dass dort Ermittlungen aufgenommen werden. Die kosovarischen Behörden nahmen den 35-Jährigen schließlich in einer Villa in Pristina fest.