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Präsidentenwahl an der LMU:Klares Votum für Huber

Die Dekane stellen sich bei der Präsidentenwahl an der LMU hinter den Amtsinhaber Bernd Huber. Warum sie den Gegenkandidaten Nida-Rümelin ablehnen, erklärt LMU-Dekan Axel Schenzle.

Noch knapp zwei Monate bis zur Entscheidung: Anfang Juni wird der Hochschulrat einen neuen Präsidenten für die Universität München (LMU) bestimmen - entweder den Amtsinhaber Bernd Huber oder den Gegenkandidaten Julian Nida-Rümelin, Philosophie-Professor und Ex-Kulturstaatsminister. Der Physiker Axel Schenzle, Dekan mit Einfluss an der LMU, über ein eindeutiges Votum der Dekane.

SZ: Zwei veritable Kandidaten für einen Job - droht jetzt die Polarisierung an der LMU?

Schenzle: Nein, ich gehe davon aus, dass die Sachlichkeit einer akademischen Einrichtung sich auch in der Präsidentenwahl widerspiegelt - ein Anlass für scharfe Auseinandersetzungen ist nicht zu erkennen, nicht in den Personen und nicht in den Sachthemen.

SZ: Ist ja auch ein ganz normaler Vorgang, wenn sich zwei zur Wahl stellen, gerade in einer Einrichtung, die mitunter nicht mit Wettbewerbsrhetorik spart.

Schenzle: Auf die Hochschulen kommen schwierige Zeiten zu, die Finanzlage droht einzubrechen und die Studentenzahlen werden die Kapazitäten sprengen. Da gilt es abzuwägen, wer die Universität besser durch die Stromschnellen führen wird. Der jetzige Präsident hat schon gezeigt, dass er schwierige Situationen zu meistern versteht.

SZ: Alle Dekane haben sich bereits Anfang Februar einstimmig hinter Bernd Huber gestellt.

Schenzle: Ja, sie haben sich einmütig für Hubers Kandidatur ausgesprochen, zur Kandidatur Nida-Rümelins haben sie nicht Stellung genommen.

SZ: Warum ist das Votum so eindeutig ausgefallen?

Schenzle: Es war für uns schwer vorstellbar, wie in dieser angespannten Situation die Federführung an der LMU in andere Hände gehen sollte. Das hat nichts mit einer Kritik an Herrn Nida-Rümelin zu tun, es haben nie Zweifel an seiner wissenschaftlichen und politischen Qualifikation bestanden, auch nicht an seiner Führungsqualität. Aber wir haben auf Kontinuität und Bewährtes gesetzt. Ein wichtiger Punkt ist natürlich auch die Exzellenz-Initiative, die jetzt in die zweite Runde geht und für die schon jetzt, bevor der alte oder ein neuer Präsident ins Amt kommt, erste Weichen gestellt werden müssen. Dass sich auch Herr Nida-Rümelin dieser Aufgabe mit Elan annehmen würde und womöglich auch andere Akzente setzen würde, stand nie in Frage. Entscheidend war: Bernd Huber hat aus der ersten Runde die nötige Erfahrung; und er hat großen Anteil daran, dass die LMU 2006 so gut abgeschnitten hat.

SZ: Konnte Julian Nida-Rümelin sich Ihnen mit seinem Programm vorstellen?

Schenzle: Das wäre eigentlich eine Selbstverständlichkeit, und ich habe Herrn Nida-Rümelin auch zu dieser Sitzung eingeladen. Die Rechtsabteilung der Universität hat dies nicht befürwortet, mit der Begründung, das Bayerische Hochschulgesetz und die Grundordnung der LMU stünden dem entgegen. Danach sollten sich die Dekane aus den schriftlichen Unterlagen über die Kandidatur informieren. Wir haben dies bedauert, es waren uns aber die Hände gebunden.