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Präsidentenwahl an der LMU:Huber schlägt Nida-Rümelin

Der neue Präsident der Universität München ist der alte: Bernd Huber setzte sich gegen seinen Kontrahenten Julian Nida-Rümelin klar durch.

Der weiße Rauch ist aufgestiegen: Bernd Huber bleibt Präsident der Universität München (LMU). Der Hochschulrat hat den Amtsinhaber für weitere sechs Jahre mit überwältigender Mehrheit bestätigt. Mit 15 von 16 Stimmen setzte sich der 50-jährige Finanzwissenschaftler gegen seinen Kontrahenten, den Philosophie-Professor Julian Nida-Rümelin, 55, durch. Mehr als das Ergebnis wollte das 16-köpfige Aufsichtsgremium, dem acht Persönlichkeit von außerhalb der Hochschule wie Münchener-Rück Chef Nikolaus von Bomhard und Hamburgs Uni-Präsident Dieter Lenzen angehören, auch nach dem Konklave offiziell zur Wahl nicht mitteilen.

LMU-Präsidentenwahl

Konkurrierten um das Amt des LMU-Präsidenten: Der amtierende Präsident Bernd Huber (links) und Philosophie-Professor Julian Nida-Rümelin.

(Foto: dpa)

Huber gilt als erfolgreicher Hochschulmanager, der die LMU bereits in zwei Amtszeiten geführt hat und in dessen Ägide auch die großen Erfolge der Hochschule in der Exzellenzinitiative fallen.

"Riesig erleichtert, dass es so gelaufen ist", zeigt sich der Sprecher der Dekane, der Physiker Axel Schenzle. Die Leiter der Fakultäten hatten sich bereits früh für Huber starkgemacht. "Wir brauchen in finanziell schwierigen Zeiten eine erfahrene Hand am Ruder der Universität", sagt Schenzle auch jetzt. Huber sei an der LMU-Spitze sehr erfolgreich gewesen, vor allem in der Exzellenzinitiative. Mit der zweiten Runde des Elite-Wettbewerbs stehe nun "eine nächste Bewährungsprobe" für ihn an. Es gebe aber auch einiges mit Huber zu besprechen, "was anders laufen muss". So sei er von den Dekanen beauftragt, mit Huber über zahlreiche Probleme in der Verwaltung zu reden.

Wolfgang Herrmann, Präsident der Technischen Universität (TU) München, gratuliert Huber zur Wiederwahl und freut sich "auf die weiterhin enge Kooperation der beiden Münchner Spitzenuniversitäten".

Der Ausgang des Hochschulduells war auch in der Öffentlichkeit mit Spannung erwartet worden, nicht zuletzt wegen des Bekanntheitsgrades Nida-Rümelins auch außerhalb der akademischen Szene. Er war Kulturstaatsminister im Kabinett Schröder und Kulturreferent in München. Heute leitet er die Grundwertekommission seiner Partei. Bekannt geworden ist Nida-Rümelin auch als scharfer Kritiker der Bologna-Reform, mit der die Hochschulen das Studiensystem auf die Abschlüsse Bachelor und Master umstellen.

Deswegen hätten ihn die Studenten auch lieber an der Spitze der Hochschule gesehen als Huber. "Wir sind unheimlich enttäuscht", sagt Nadine Ponsel, Geschäftsführerin der Studierendenvertretung. "Wir stehen nach wie vor zu Nida-Rümelin, er wäre sicher nicht nur für die Studierenden der bessere Präsident gewesen."

Nida-Rümelin selbst sagt angesichts des für ihn ernüchternden Ergebnisses: "Ich bereue meine Kandidatur keineswegs." Sie habe Debatten angestoßen über die Zukunft der Hochschule angestoßen, "die uns noch beschäftigen werden". So sei ein deutlicher Kurswechsel fällig, etwa in der Frage, wozu ein universitäres Studium überhaupt qualifizieren solle. Angesichts der Arbeitsmarktsituation mache es immer weniger Sinn, auf betimmte Berufe hin auszubilden.