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Plastikmüll, Wildparkerei und Durchgangsverkehr:Leserbriefe

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Die Bürger zahlen doppelt

Zu "Höhere Frequenz" vom 9. September:

Frau Frank (gemeint ist Kristina Frank, Kommunalreferentin und Chefin des Abfallwirtschaftsbetriebs AWM, Anm. d. Redaktion) vergisst gerne, dass es die Stadt ist, die diese Container aufstellen lässt. In allen anderen deutschen Großstädten sind Gelbe Tonnen üblich, die an der Haustüre abgeholt werden. Die Stadt gibt auch die Leerungsfrequenz und den Standort für die Container vor. Dennoch zeigt der AWM gerne auf das Duale System, wenn die Container voll sind und nicht abgeholt werden. Den Vertrag mit den Leerungszeiten hat aber der AWM vorgegeben. Außerdem: Eine höhere Leerungsfrequenz löst doch nicht das Problem mit Sperrmüll oder wenn Müllsäcke einfach vor den Containern abgestellt werden.

Auch verschweigt Frau Frank, dass mit den Containern in München lediglich fünf Kilogramm Leichtverpackungen pro Kopf eingesammelt werden. Mit der Gelben Tonne werden bundesweit weit über 30 Kilogramm pro Kopf erzielt. Der Plastikmüll landet in München in der Hausmülltonne und wird verbrannt. So zahlen die Bürger in München doppelt Müllgebühren: einmal als Lizenz auf die Verpackungen und zum zweiten für den Plastikmüll in der Restmülltonne. Beim Verbrennen entsteht viel CO₂ und es werden Umweltgifte freigesetzt - kein Filtersystem ist perfekt.

Kunststoff ist ein wertvoller Rohstoff, der recycelt werden kann. Es sind übrigens Fake News, dass das Duale System unsortierte Verpackungen nach Asien exportiert. 99 Prozent werden in Deutschland und der EU weiterverarbeitet. Die Stoffströme des Dualen Systems werden streng kontrolliert und dokumentiert. Wann führt die Stadt endlich die Gelbe Tonne ein und platziert Glascontainer dort, wo das Glas gekauft wird oder an lärmunsensiblen Plätzen? Die Anwohner an den Containern in Wohngebieten werden aufatmen, wenn Schmutz und Lärm endlich ein Ende haben.

Ulrich Grasberger, München

Asoziales Denken

Zu "Baden gegangen" vom 10. September:

In dem Artikel beklagt ein Autofahrer, dass er ungerecht behandelt wurde. Er vertritt offenbar den Standpunkt, dass ihm als Autofahrer jederzeit ein Parkplatz zur Verfügung stehen muss. Sein Anspruchsdenken geht sogar so weit, dass im Notfall eine landwirtschaftlich genutzte Fläche dafür herhalten muss. Meine Kritik richtet sich in erster Linie an den Autofahrer: Hat er jemals darüber nachgedacht, dass sein Verhalten in Wirklichkeit asozial ist? Mal abgesehen davon, dass der Feldmochinger See sehr gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar ist und mal abgesehen davon, dass wir ein Klimaproblem haben: Jeder Autofahrer überlässt der Allgemeinheit jedes Jahr Kosten von circa 2100 Euro. Das an den Tag gelegte Verhalten, nämlich simples Autofahren nebst Parken, fügt also nicht nur dem Bauern, sondern uns allen Schaden zu!

Meine Kritik richtet sich aber auch an den Redakteur: Warum ist das Thema "Benachteiligung von Autofahrern" immer noch berichtenswert? Wir wissen alle, dass Autofahren in Verruf geraten ist, vor allem natürlich wegen der hohen Unverträglichkeit mit der Umwelt und der ungebremsten Ausbreitung von immer mehr Platz beanspruchenden Fahrzeugen (verharmlosend als SUV bezeichnet, also verknüpft mit angeblich sportlichen Motiven).

Harald Weiß, München

Seit Jahrzehnten wird nur blockiert

Zu "Scharfes Tempolimit abgelehnt" vom 19. August:

In der Rietschelstraße gibt es sogar noch Randsteine zur Fahrbahnabgrenzung. Im Anfangsteil der Bertele- und in der Winterhalterstraße gibt es nichts, die Fahrbahn geht offenbar bis zu Grundstückszäunen. Problem ist weniger ein Bürgersteig, als dass solche Dorfstraßen seit Jahrzehnten als Schleichwege vom Durchgangsverkehr genutzt werden, mit Gefährdung von Fußgängern und Radfahrern. Man könnte den Verkehr per Umgehungsstraße heraushalten oder die Winterhalterstraße im Bereich der Kurve sperren, was unter Hinweis auf einen erforderlichen Wendehammer abgelehnt wurde (der nicht zwingend erforderlich ist). Traurig ist, dass seit Jahrzehnten nur blockiert wird und einfach nichts passiert...

Thomas Gilg, München

© SZ vom 21.09.2020

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