Oktoberfest-TrendsBraucht's des?

Als wäre die Wiesn nicht schon verrückt genug. Jetzt gibt es einen Wiesn-Knigge, ein "Atemlos"-Barometer und Lederhosen ohne Leder. Eine Auswahl absurder Trends.

Der Reserve-Akku

In den Zeiten, als alles noch besser war, also früher, da war bei einer Wiesn-Verabredung vor allem eines vonnöten: Pünktlichkeit. Wer nicht zum vereinbarten Zeitpunkt an der Normaluhr beim U-Bahn-Aufgang eintraf, der hatte keine Chance, seine Kumpels auf dem Festplatz jemals zu finden.

Heutzutage ist die Zumutung der Pünktlichkeit der Zumutung der Smartphones gewichen - diese werden nicht nur eingesetzt, um den aktuellen Standort mitzuteilen ("Wir sind Hacker"), sondern auch, um die gerade kredenzte Mass zu fotografieren und die Unzufriedenheit mit den Speisen in ein dafür vorgesehenes Internet-Portal zu schreiben, anstatt dem Kellner einfach zu sagen, dass das Hendl kalt ist. Das alles benötigt natürlich Energie, und da mittlerweile auf der Wiesn handy-los anscheinend schlimmer ist als bier-los, gibt es den Reserve-Akku.

Er ist mit dem offiziellen Wiesn-Plakat verziert, reicht für etwa zwei Befüllungen der Handybatterie und wird von herumlaufenden Strom-Anbietern in den Zelten für 24,50 Euro verkauft, nebst Adaptern für die gängigen Marken. Die Frage, ob's des braucht, stellt sich (leider) nicht: Ohne Handy findet man keinen Menschen im Zelt, da müsste man ja pünktlich sein. Von Stephan Handel

Bild: oh 1. Oktober 2014, 11:562014-10-01 11:56:22 © SZ.de/sim/tba