Öko-Kette Basic:"Als wir kamen, stand die Insolvenz bevor"

Auch den Laden in der Müllerstraße habe man noch nicht ganz abgeschrieben: Dort gibt es massiven Ärger mit den verbliebenen Bewohnern im dazugehörigen Haus, wofür Basic nur indirekt etwas kann - der Laden aber steht seit zwei Jahren leer.

Harte Konkurrenz

Die Neueröffnungen an der Isar geschehen in einer Zeit, da zwei der Hauptkonkurrenten von Basic nach München kommen: Marktführer Alnatura und Vierlinden, der Öko-Ableger von Rewe. Die Stärkung des Basic-Heimatstandorts fällt aber auch in eine Zeit, da der Biofachhandel zunehmend mit der Konkurrenz in den konventionellen Supermärkten zu kämpfen hat. Während die Verbraucher insgesamt immer mehr Ökolebensmittel aufs Kassenband legen - der Gesamt-Bio-Umsatz stieg von 3,1 Milliarden Euro (2003) auf 5,3 Milliarden (2007) -, tun sie das aber verstärkt bei Lidl und Co. Das gab es früher kaum.

Heute kommt kein Tengelmann, kein Aldi mehr ohne Ökoprodukte aus. Entsprechend ist deren Anteil am Biohandel von 2003 bis 2007 von 35 auf 53Prozent gestiegen, während zeitgleich der des Fachhandels von 26 auf 22 Prozent sank. "Die Branche steht vor einer Konsolidierungsphase", sagt Kreuzburg.

Um hier gegenhalten zu können, setzt er auf die Strategie "Back to the Basic(s)" - zurück zu den Anfängen. Das gelte für das angestrebte "organische Wachstum". Aber auch für die Beratung in den Läden und die Qualität und Herkunft der Ware: Je regionaler, desto lieber. Aber es könnte auch noch etwas ganz anderes passieren, deutet Kreuzburg an, als zwei Worte an der Leinwand leuchten: Zukäufe und Kooperationen. Damit meint er die Konkurrenz, mit der man durchaus zusammenarbeiten könne, ja, mehr sogar: Basic seien schon Läden von anderen zum Kauf angeboten worden. Näheres bleibt Kreuzburg schuldig.

Dem Manager schmeckt es

Vorerst sei es oberstes Ziel, wieder Ruhe ins Unternehmen zu bringen. "Mit der Restrukturierung sind wir eigentlich durch", sagt Kreuzburg, und: "Personal ist erledigt", was heißen soll: Keine weiteren Kündigungen und auch keine weiteren Schließungen, "das ist nicht unser Ziel", auch wenn fünf Filialen auf der internen "Watch List" stünden. Sie genössen besondere Aufmerksamkeit des Controllings.

Bald könnte es auch wieder einen neuen Kopf im Vorstandszimmer geben. Kreuzburg, bislang ohne einschlägige Bio-Erfahrung, versteht sich offenbar als Übergangs-Chef. "Es wird gesucht", sagt er und meint seinen eigenen Nachfolger. Dabei ist der Manager mit der wuchtigen Statur gerade erst dabei, mit drängelnder Unterstützung seiner Assistentin, Bio-Kost schätzen zu lernen: "Ich probiere alles. Das schmeckt mir auch."

© SZ vom 21.10.2008/af
Zur SZ-Startseite
Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB