Neue Pläne:Besserer Artenschutz auf städtischen Gütern

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Kommunalreferat wird ökologischen Landbau weiter ausbauen

Von Imke Plesch

Es geht sehr herzlich zu bei Kommunalreferentin Kristina Frank am Valentinstag: Auf ihren Schuhen trägt sie seitlich aufgedruckte Herzen, sie verschenkt großzügig Honig und versucht mit dem Slogan "Ein Herz für Bienen" Sympathiepunkte zu sammeln. "Wir waren ziemlich erstaunt über die Stimmung in München und den großen Zuspruch zum Volksbegehren", sagt die CSU-Politikerin. Die Schlangen vor dem Rathaus hätten sie "nachhaltig beeindruckt" und gezeigt, wie wichtig das Thema Artenschutz den Münchnern sei.

Auf Gut Riem, einem der zehn städtischen Gutsbetriebe, stellte sie deshalb am Donnerstag mit Bürgermeister Manuel Pretzl (CSU) neue Pläne des Kommunalreferats vor, um auf den städtischen Landwirtschaftsflächen die Artenvielfalt zu fördern. "Wir stehen mit den Stadtgütern schon vorbildlich da, aber aus Anlass des Volksbegehrens haben wir uns gefragt, was wir noch zusätzlich machen können", sagt Frank. Schon heute würden mehr als 30 Prozent der insgesamt 2814 Hektar städtischer Landwirtschaftsflächen ökologisch bewirtschaftet - damit sei die Stadt München der größte Ökobauer in Bayern, betont die Kommunalreferentin. Angelehnt an die Ziele des Volksbegehrens soll unter anderem der ökologische Landbau auf den eigenbewirtschafteten Flächen weiter ausgebaut werden. Außerdem sollen Wiesen ab 2020 nicht mehr vor dem 15. Juni und dann nur von innen nach außen gemäht werden, um Wiesenbrüter und Rehkitze zu schützen oder ihnen die Flucht zu ermöglichen. In neue Pachtverträge soll ein Glyphosat-Verbot geschrieben werden, alte Pächter wolle man in Gesprächen vom Verzicht auf das Pflanzenschutzmittel überzeugen. Feldgehölze und Hecken sollen nicht beeinträchtigt, der Grundwasserstand in Nass- und Feuchtgrünland nicht abgesenkt werden. "Wir wollen als Stadt München mit gutem Beispiel vorangehen und andere Bauern zum Nachahmen anregen", erklärt Frank. Ihr sei aber bewusst, dass die neuen Regelungen nicht nur den Mitarbeitern auf den Stadtgütern viel abverlangen, sondern auch Geld kosten, unter anderem wegen sinkender Erträge. Bisher kommen die Stadtgüter ohne Zuschüsse aus, das werde sich in Zukunft wohl ändern. "Ohne finanzielle Einbußen werden die Pläne nicht umzusetzen sein", sagt auch Manuel Pretzl. Trotzdem hoffe er auf eine breite Unterstützung im Stadtrat. Noch vor der Sommerpause wolle man dort eine Beschlussvorlage mit den angestrebten Maßnahmen einbringen. "Wir müssen hier als Stadt München zeigen, was möglich ist", sagt der Vorsitzende der CSU-Stadtratsfraktion.

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