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Nahverkehr:MVV erhöht die Preise

Fahrschein per Smartphone in München, 2013

Der MVV hat eine Preiserhöhung für seine Fahrscheine beschlossen.

(Foto: Alessandra Schellnegger)
  • Fahrgäste des MVV müssen von Mitte Dezember an durchschnittlich 2,8 Prozent mehr für die Tickets zahlen.
  • Der Verbund beschloss am Freitag eine Preiserhöhung.

Die Preise im Münchner Nahverkehr steigen von Mitte Dezember an um durchschnittlich 2,8 Prozent. Das haben die Gesellschafter des Münchner Verkehrs- und Tarifverbunds (MVV), also die Spitzen der Stadt, des Freistaats sowie der acht Verbundlandkreise am Freitag beschlossen.

Was die Tickets künftig kosten

So zahlen MVV-Nutzer vom 13. Dezember an unter anderem für die Single-Tageskarte (Innen- oder Außenraum) 20 Cent mehr, dann also 6,40 Euro. Der Preis für die Gruppen-Tageskarte (Innen- oder Außenraum) steigt um 50 Cent auf 12,20 Euro. Eine Isarcard-Monatskarte für zwei Ringe verteuert sich um 1,80 Euro auf 53,40 Euro, die für vier Ringe um 2,60 Euro auf 76,60 Euro. Nicht angehoben werden die Preise für Einzelfahrscheine sowie für die Streifenkarte.

SZ-Grafik

Die Verteuerung sei "unabdingbar, um ein attraktives Leistungsangebot zu gewährleisten", erklärte MVV-Chef Alexander Freitag. Herbert König, Chef der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG), ergänzte, mit dem Aufschlag würden Kostensteigerungen - verursacht beispielsweise durch die höheren Tariflöhne sowie durch den Kauf neuer Fahrzeuge - ausgeglichen. So hatte die MVG erst zu Wochenbeginn 22 neue Trambahnen bei Siemens bestellt. "Die Preise steigen, weil Kosten steigen", erklärte König. "Aber bei uns gibt's auch erneut mehr fürs Geld."

Was die Fahrgastverbände kritisieren

Fahrgastverbände sehen das allerdings anders: Während die Inflationsrate seit Jahren nahe an der Null liege, "gönnen sich die Verkehrsunternehmen schon wieder einen kräftigen Schluck aus der Pulle", schimpfte Andreas Nagel von der "Aktion Münchner Fahrgäste". Eine Anhebung um 2,8 Prozent "bei einem kaum verbesserten Leistungsangebot ist mehr als üppig".

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Die Züge und Busse würden immer unzuverlässiger und unpünktlicher, viele Fahrgäste müssen sich in übervolle Fahrzeuge quetschen. Außerdem würden viele dringend benötigte Ausbauprojekte, beispielsweise die geplanten Tramstrecken durch den Englischen Garten oder die Fürstenrieder Straße, von den Stadtpolitikern nicht umgesetzt. Im vergangenen Jahr hatte der MVV die Tarife um durchschnittlich 3,6 Prozent angehoben, im Jahr davor um 2,9 Prozent. 2012 hatte das Plus 3,7 Prozent betragen.

Wie sich der MVV-Bereich vergrößert

Die Gesellschafter beschlossen zudem, den MVV-Geltungsbereich von Dezember an zu erweitern: So wird die Bahnstrecke von Grafing nach Wasserburg/Inn, der "Filzenexpress", komplett in den Tarif integriert. Bislang sind die MVV-Fahrscheine von München kommend nur bis zum Steinhöringer Ortsteil Tulling im Landkreis Ebersberg gültig. Die Deutsche Bahn hatte die eingleisige Strecke zuletzt aufgerüstet und lässt nun mehr Züge fahren. Mit der Einbindung in den MVV hoffen alle Beteiligten, weitere Kunden zum Umstieg vom Auto auf die Schiene bewegen zu können. MVV-Chef Freitag wertet die Ausdehnung zudem als Startschuss für eine größere Erweiterung des Verbunds. Doch bislang kommt dieses Projekt nur allmählich voran.

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