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Nach der Stichwahl:"Ein alter Profi" im Landtag

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Von 1994 bis 2018 saß Spaenle schon im Bayerischen Landtag - und bald darf er wieder einziehen.

(Foto: Niels P. Jørgensen)

Münchens CSU-Chef Spaenle ist Nachrücker - und bald wieder MdL

Ludwig Spaenle beschreibt seine Gefühle und Emotionen gerne in Bildern, auch bei diesem Aspekt der Kommunalwahl, der ihm persönlich wirklich Freude machen kann. Wie fühlt sich also einer, der einen so schmerzlichen Abgang hatte und nun wieder zurück darf in das Parlament, dem er 24 Jahre angehörte? "Wie ein alter Profi, der wieder zurück in den Ring kommt", sagt der Münchner CSU-Chef, der nun auch bald wieder "MdL" auf die Visitenkarte schreiben darf: "Mitglied des Landtags". Wenn er seine Emotionen dabei ohne Bilder schildert, denkt er einen Moment nach und sagt dann: "ein guter Moment". Es sei ihm "eine Ehre", wieder im Ring zu sein.

Hineinklettern darf Spaenle, weil ein Parteifreund Platz machen wird. Otto Lederer geht aus dem Maximilianeum zurück in die Heimat und wird Landrat von Rosenheim. Die Stichwahl am Sonntag galt in dieser alten CSU-Hochburg schon vorher als Formalie. Lederer gewann mit 68,2 Prozent der Stimmen gegen Ulla Zeitlmann von den Grünen. Sein neues Amt wird Ledererer wie alle Sieger bei den Kommunalwahlen zum 1. Mai antreten. Spaenle wird dann wohl als erster Nachrücker der CSU in Oberbayern seinen Platz im Landtag einnehmen.

Hinausgeflogen aus dem Landtags-Ring, in dem er von 1994 an aktiv war, ist Spaenle durch einen Schwinger, den der Wähler bei der Landtagswahl 2018 der CSU und ihm ganz persönlich verpasst hat. Spaenle verlor das Direktmandat in Schwabing gegen den Grünen Christian Hierneis. Das schlechte Ergebnis seiner Partei sorgte dafür, dass er auch nicht über die Liste nachrücken konnte. "Der Wähler hat das so entschieden", sagt Spaenle heute. Das galt es anzunehmen. Für Spaenle war es der zweite Wirkungstreffer in kurzer Zeit. Zuvor hatte ihn sein früherer Freund, Ministerpräsident Markus Söder, völlig überraschend aus dem Kabinett geworfen. Spaenle hält es damit wie bisher, er äußert sich in der Öffentlichkeit nicht darüber.

Seine Hauptaufgabe sieht Spaenle weiterhin in einer Funktion, die er nach dem Ausscheiden aus dem Landtag übernommen hat. Er wird weiter Beauftragter gegen Antisemitismus der Staatsregierung bleiben. "Das ist eine Aufgabe, die mir viel bedeutet", sagt er. Gerade in Zeiten, in denen bei manchen auch die Corona-Krise als Beleg für eine jüdische Weltverschwörung vereinnahmt werde. Spaenle ist derzeit auch Co-Vorsitzender der Bund-Länder-Kommission zur Bekämpfung von Antisemitismus. In Bayern ist er Ansprechpartner für Sinti und Roma. Mit Spaenle stellt die CSU künftig wieder fünf Abgeordnete aus München.

© SZ vom 31.03.2020
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