Sicherheitskonferenz Wildbiesler, Drohnen und Falschparker beschäftigen Münchner Polizei

Sorgen bereiten den Polizeibeamten unter anderem unerlaubte Drohnenflüge rund um die Münchner Sicherheitskonferenz.

(Foto: Robert Haas)
  • Die Polizei München hat nach den ersten zwölf Stunden der Münchner Sicherheitskonferenz eine entspannte Zwischenbilanz gezogen.
  • Bis Freitagabend verzeichnete das Polizeipräsidium sieben Drohnenflüge - in vier dieser Fälle konnten die Piloten ermittelt werden.
  • Am Samstag ist für die Polizei die einsatzstärkste Zeit, weil insgesamt fünf "Versammlungen" anstehen, darunter die große Gegendemonstration gegen die Sicherheitskonferenz.

Parkende Autos in Halteverbotszonen und unerlaubte Drohnenflüge in der Flugverbotszone rund um die Münchner Sicherheitskonferenz sind bis Samstagmorgen nach Aussagen des Polizeipräsidiums München so ziemlich die größten Herausforderungen für die rund 3000 Einsatzkräfte in der Stadt gewesen.

Sprecher Marcus da Gloria Martins hat deshalb am Samstagmorgen ein ziemlich launiges Bulletin herausgegeben und den ruhigen Verlauf der ersten zwölf Stunden der Münchner Sicherheitskonferenz folgendermaßen zusammengefasst: "Zwei Wildpinkler am Odeonsplatz, die durch dort eingesetzte Raumschutzkräfte gestört wurden, ein Schwan, der bei der Parkraumüberwachung im Bereich der Lerchenauer Straße Einsatzkräfte beschäftigt hat, oder ein Minimalst-Zusammenstoß zwischen zwei Fahrzeugen des Personenschutzes sind Dinge, die zeigen, dass wir heute Nacht nicht wirklich vor großen Herausforderungen standen."

Das werde sich im Verlauf des Samstags ändern, erwartet der Sprecher des Präsidiums, weil insgesamt fünf "Versammlungen" anstehen, darunter die große Gegendemonstration gegen die Sicherheitskonferenz. "Daneben betreuen wir im Stadtgebiet und Landkreis München 40 weitere Veranstaltungen mit unterschiedlicher Thematik und Größe, so dass wir heute mit rund 3000 Beamten zeitgleich die einsatzstärkste Zeit haben werden". Die Einsatzstärke sei dabei "nicht allein den Veranstaltungen" geschuldet, sondern habe vor allem "mit den vielfältigen Aufgaben der Münchner Polizei für die Münchner Sicherheitskonferenz" zu tun, so da Gloria Martins.

Mehr Arbeit gab es für Münchner Abschleppfirmen - die durften auf Geheiß der Polizei bis Samstag, 9 Uhr, schon insgesamt 59 Fahrzeuge aus Halteverbotszonen abschleppen. Sorgen bereiten der Polizei ansonsten unerlaubte Drohnenflüge. Bis Sonnenuntergang verzeichnete das Präsidium am Freitag sieben Drohnenflüge - in vier dieser Fälle konnten die Piloten ermittelt werden. Auffällig sei, dass diese Piloten alle "sehr jung" seien, in einem Fall war es ein Zwölfjähriger.

"Die haben sich überhaupt keine Gedanken über das Bestehen einer Flugverbotszone gemacht", sagt der Präsidiumssprecher und appelliert an die Vernunft, sich über Flugverbotszonen kundig zu machen und solche Flüge über dem Sicherheitskonferenz-Einsatzbereich unbedingt zu unterlassen. Die Stadt München hat auf ihrer Homepage Hinweise für Drohnenpiloten, darunter auch die Vorgabe, dass Flüge über Einsatzorten von Polizei und Rettungskräften grundsätzlich untersagt seien.

Mutmaßlicher Brandanschlag auf Polizeifahrzeug

Bereits in der Nacht zum Freitag ist auf ein im Stadtteil Zamdorf abgestelltes Polizeifahrzeug vermutlich ein Brandanschlag verübt worden. Gegen zwei Uhr sahen Beamte aus Rheinland-Pfalz, die zum Schutz der Konferenz nach München abkommandiert sind, dass ihr in der Lüderitzstraße geparkter Kleinbus in Flammen stand. Sie alarmierten die Feuerwehr und griffen selbst zum Handfeuerlöscher.

Den Schaden beziffert die Polizei auf rund 70 000 Euro. Erste Ermittlungen deuten auf Brandstiftung hin. Auch der Staatsschutz ist eingeschaltet. Offenbar werden Linksradikale hinter dem Anschlag vermutet. Gesucht werden jetzt Zeugen (Telefon 089/2910-0). Das Polizeifahrzeug war im Bereich Lüderitzstraße, Ina-Seidel-Bogen, Eggenfeldener Straße abgestellt gewesen.

Polizei in München Hundestaffel, Hotelwache und Ausputzer

Sicherheitskonferenz

Hundestaffel, Hotelwache und Ausputzer

Wenn in München die Sicherheitskonferenz beginnt, wartet die Polizei mit allem Personal auf. Dieses Jahr ist der Einsatz noch ein bisschen größer als sonst.   Von Martin Bernstein