Münchner in der Lindenstraße:"Ein offenes, streitlustiges Volk"

Lesezeit: 3 min

Am Sonntag zieht eine bayerische Familie in die Lindenstraße ein - Produzent Hans W. Geißendörfer über das Wesen des Münchners.

Merle Schmalenbach

In der Lindenstraße zieht am Sonntag die Familie Stadler ein. Sie soll das münchnerische Element der in München spielenden, aber in Köln produzierten Serie betonen. Die SZ sprach mit Produzent Hans W. Geißendörfer über Lokalkolorit und Grantler.

Münchner in der Lindenstraße: Die neue Familie am Frühstückstisch: An diesem Sonntag haben die Stadlers ihren ersten Auftritt in der Lindenstraße. Nach dem Tod der Hausmeisterin Else Kling sollen sie für Münchner Lokalkolorit sorgen.

Die neue Familie am Frühstückstisch: An diesem Sonntag haben die Stadlers ihren ersten Auftritt in der Lindenstraße. Nach dem Tod der Hausmeisterin Else Kling sollen sie für Münchner Lokalkolorit sorgen.

(Foto: Foto: GFF)

SZ: Wieso kommt die neue Lindenstraßen-Familie aus München?

Geißendörfer: Weil uns die Münchener ausgehen. Wir hatten eine ganze Reihe, aber die sind uns langsam weggestorben. Als letzte die Else Kling.

SZ: Und jetzt muss Ersatz her.

Geißendörfer: Die Serie spielt schließlich in München. Hier leben viele Zuagroaste, aber es gibt auch noch ein paar Münchner in München.

SZ: Was ist denn überhaupt ein waschechter Münchner?

Geißendörfer: Ja Gott, um als Münchner zu gelten, muss man hier schon geboren sein. Am besten auch die Eltern und Großeltern. Deshalb sind nach den fiktiven Biographien auch alle Stadlers in München geboren. Und der schöne, weiche Dialekt gehört natürlich auch dazu.

SZ: Der war in der Serie bisher nie so wichtig. Haben sich da die Münchner Zuschauer nie beschwert?

Geißendörfer: Es hielt sich in Grenzen. Doch als Else Kling, unsere bayerische Kultfigur, gestorben ist, haben viele nachgefragt: Ist ihre Nachfolgerin wenigstens aus München? Das hat uns aber nicht so beeinflusst. Wir brauchten in erster Linie eine gesunde Familie. Die anderen haben wir ja auseinandergetrieben, durch Scheidungen und Konflikte.

SZ: Bleibt das Familienleben denn diesmal intakt?

Geißendörfer: Ich denke schon. Leider ist es schwierig, Harmonie zu erzählen. Konflikte und Katastrophen sind für den Zuschauer spannender. Aber die Familie wird schon zusammenhalten. Das hoffe ich mal. Die Stadlers sind ganz normale Leute, der Vater ist Installateur, die Mutter Politesse, der Opa war ein nicht ganz erfolgreicher Fotograf, hat sich aber durchgeschlagen mit seinen Fotos. Die Töchter gehen normal zur Schule.

SZ: Die Münchner Schickeria bleibt ausgespart?

Geißendörfer: Sie ist ohnehin die langweiligste Schickeria in Deutschland. Ich will da niemanden beleidigen. Aber das ist eine Nachmacher-Schickeria. Die ist nicht kreativ, die entwickelt nichts, setzt keine Trends. Wenn irgendwo in New York jemand die Sonnenbrille falsch rum aufsetzt, machen das auch die Münchner.

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