Münchens junge Kreative:Weiblichkeit wie in der Natur

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(Foto: Stephan Rumpf)

Wo arbeiten Münchens junge kreative Köpfe? Wir haben sie an ihren Arbeitsplätzen besucht und ihnen über die Schulter geschaut. Heute: Elena Calliopa

Von Veronika Tièschky

"In meiner Kunst spielen vor allem die weibliche Sexualität und die weiblichen Geschlechtsteile eine große Rolle", sagt Elena Calliopa. "Ich finde, wir sollten offener darüber sprechen können - meine Bilder sollen dazu beitragen, das Thema zu enttabuisieren. Elena studiert Psychologie. Neben ihrem Studium hat sie zwei große Leidenschaften: Gedichte und Malen. Am liebsten malt sie im Englischen Garten.

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(Foto: Stephan Rumpf)

"Es ist schlimm, dass viele junge Mädchen so wenig über ihren Körper und vor allem über ihr Geschlechtsteil wissen. Deswegen versuche ich, die Vulven so natürlich und real wie möglich zu zeichnen." Ein Bild zeigt eine Avocado in Form einer Vulva. "Bei dem Bild habe ich extra drauf geachtet, dass die Schamlippen unterschiedlich lang sind - weil das eben in der Natur oft so ist."

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(Foto: Stephan Rumpf)

In der Schule war Elena nie gut in Kunst. Erst nach der Schule und nachdem sie regelmäßig Gedichte geschrieben hatte, begann sie zu malen. Auf einigen Bildern malt sie bunte und abstrakte Gesichter. "Das Bild ganz links ist ein Selbstporträt. Sich selbst zu malen, ist eine heilsame Erfahrung. Dabei entdeckt man Gesichtszüge und Details, die im Spiegel oder auf Fotos nie wirklich auffallen", sagt sie.

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(Foto: Stephan Rumpf)

Nebenbei ist Elena Teil des Kunstduos Splitterfaserwach und Mitglied des Neuburger Brückenkollektivs. Regelmäßig trifft sie sich mit Freundinnen zu einem feministischen Buchclub. Sie diskutieren über feministische Literatur, malen zusammen und sprechen über Themen, die sie aktuell bewegen. In dieser Runde entstehen auch oft Kunstwerke.

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(Foto: Stephan Rumpf)

Es ist nicht schwer, Elenas Lieblingsfarbe zu erraten. In fast all ihren Bildern findet man die Farbe Orange wieder. "Ich mag alle Farben - aber vor allem erdige Farben wie Orange und Gelb benutze ich am liebsten." Auch in ihrer Wohnung und in ihrer Kleidung findet man diese Farbe immer wieder. Momentan hat sie kein Atelier, sondern malt in ihrem Schlaf- und Wohnzimmer.

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(Foto: Stephan Rumpf)

Jeden Tag sammelt Elena Düfte, Augenblicke, Gefühle, Geräusche, Berührungen, Gedanken, Farben und Erinnerungen. Die versucht sie in der Kunst zu verarbeiten. "Wenn ich ein schönes Wort höre oder lese, notiere ich es sofort. Danach schreibe ich ein Gedicht dazu oder male." Wenn Elena noch mehr dazu auszudrücken will, dann malt sie es in einem Bild nieder.

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