Nach Freispruch:Münchner Theaterchef Pekny will Veränderungen

Intendant Thomas Pekny (auf diesem Bild im Gerichtssaal) erhält nach seinem Freispruch deutlichen Gegenwind.

Freigesprochen: der Münchner Theaterchef Thomas Pekny.

(Foto: dpa)

Nach seinem Prozess um sexuellen Missbrauch verspricht Thomas Pekny interne Änderungen in der Komödie im Bayerischen Hof.

In der Komödie im Bayerischen Hof bleibt doch nicht alles, wie es war. Nachdem Thomas Pekny, der Intendant, Geschäftsführer und Inhaber der Betreiberfirma, am Mittwoch in einem Prozess wegen sexuellen Missbrauchs freigesprochen worden war, hatte das Unternehmen mitgeteilt: Der 69-Jährige werde "selbstverständlich seine Ämter weiterführen".

Am Freitag folgte nun die Kehrtwende. In einer Erklärung kündigte Pekny an: "Ich habe bereits Maßnahmen getroffen, die meine Firmenstruktur verändern werden, um Hierarchien aufzubrechen und den Mitarbeitern, Kollegen und Zuschauern, die durch die Vorgänge irritiert sind, zu signalisieren, dass mein Freispruch für mich kein ,weiter so' bedeutet." Für Nachfragen war Pekny nicht zu erreichen. Details stehen dem Vernehmen nach noch nicht fest. Neben Pekny hat das Unternehmen noch eine weitere Geschäftsführerin: Veronika Freitag.

Vor der Erklärung hatte der Druck auf Pekny zugenommen. Immer mehr Schauspieler gehen auf Distanz zu ihm. Simone Rethel-Heesters ("Ich stehe in KEINSTER Weise in dieser Sache hinter Thomas Pekny"), Katharina Abt ("Wie furchtbar ist das alles") oder Mona Seefried ("Es muss Konsequenzen geben! Widerlich!") äußerten sich in den sozialen Medien. Richy Müller sprach im BR von einer "traurigen Geschichte", die "natürlich das ganze Haus" belaste. Ulla Wagener und Oliver Geilhardt äußerten, nicht mehr unter Pekny auftreten zu wollen.

Diesem wird vorgeworfen, 2015 und 2016 drei betrunkene Frauen am Oktoberfest angesprochen zu haben und anschließend in den Proberäumen des Theaters von ihnen intime Aufnahmen gefertigt zu haben. Der Freispruch war erfolgt, weil es das Gericht nicht als eindeutig bewiesen sah, dass die Frauen widersprochen hätten. In seiner Erklärung schreibt Pekny dazu: "Dass bei den Ereignissen vor fünf Jahren aus einer übermütigen Laune heraus, Menschen im Nachhinein das Gefühl hatten, in Mitleidenschaft gezogen worden zu sein, bedauere ich zutiefst." Die Staatsanwaltschaft hat Revision eingelegt. Zudem gibt es inzwischen weitere ähnlich gelagerte Vorwürfe gegen Pekny.

© SZ vom 31.07.2021 / hof/lfr
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