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München:Doppelfeld-Preis für Autor Cihan Acar

Cihan Acar aus Heilbronn erhält den ersten Literaturpreis der Münchner Doppelfeld Stiftung - für einen Roman der Stunde. Der Titel "Hawaii" (Hanser Berlin) führt in die Irre, denn in diesem Fall handelt es sich um ein Stadtviertel in Heilbronn, in dem viele Türken leben. Cihan Acar, 1986 geboren, lässt einen jungen ehemaligen Fußballstar durch seine Heimatstadt laufen - und konfrontiert ihn bereits auf Seite 16 respektive in einer Kneipe mit Rassismus. Und so heißt es denn auch in der Jurybegründung: "Alltäglicher Rassismus und Chancenungleichheit sind die hochaktuellen Themen, die Acar ebenso beiläufig wie markant in Szene setzt"; dazu kommen laut Jury "rasante Dialoge, zartfühlende Personenzeichnung und ein feiner Sinn für den Sound zwischen Schwäbisch und Türk-Deutsch".

Diesen Sound wird man virusbedingt erst am 17. September bei der Preisverleihung im Literaturhaus hören können. Neben dem mit 6000 Euro dotierten Hauptpreis vergeben die Doppelfeld Stiftung und die BMW Group als Stifter in diesem Jahr außerplanmäßig auch an die übrigen Autorinnen der Shortlist Preisgelder von je 3000 Euro. Diese Förderpreise gehen an Dana von Suffrin für "Otto", Nadine Schneider für "Drei Kilometer", Raphaela Edelbauer für "Flüssiges Land" sowie an Marina Frenk für "ewig her und gar nicht wahr". Der Doppelfeld-Literaturpreis zeichnet in diesem Jahr zum ersten Mal deutschsprachige Debüts in den Genres Erzählung, Novelle oder Roman aus.

© SZ vom 30.06.2020 / aw

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