Landshuter Allee:Neue Blitzer für den Umweltschutz

Blitzer, Messanlage, Mess-kabine an der Landshuter Allee

Einer der neuen Blitzer an der Landshuter Allee.

(Foto: Florian Peljak)
  • Ab Montag sollten Autofahrer auf der Landshuter Allee nicht zu viel Gas geben: Die Polizei nimmt dort vier neue Blitzer in Betrieb.
  • In der Testphase der neuen Anlagen sind laut Polizei die Zahlen der Unfälle und Raser zurückgegangen.
  • Grund für die neuen Blitzer ist das erst neu eingeführte Tempolimit von 50 Stundenkilometern.

Von Martin Bernstein

Am Montag um zehn Uhr macht die Polizei ernst: Dann werden die vier neuen stationären Geschwindigkeitsmessanlagen in der Landshuter Allee scharf geschaltet. Wer künftig dort schneller als 50 Stundenkilometer fährt und damit sowohl die Verkehrssicherheit als auch die städtischen Bemühungen um sauberere Luft torpediert, sieht zunächst einen roten Blitz - und einige Zeit später einen Bußgeldbescheid im Briefkasten.

Ein halbes Jahr dauerte die Vorbereitung. Im Januar startete die Polizei eine 22-tägige Testreihe. Etwa 1,2 Millionen Fahrzeuge passierten in dieser Zeit die Landshuter Allee. Etwas mehr als 5000 davon waren zu schnell unterwegs - also nur etwa 0,43 Prozent. Bei Radarkontrollen kommt die Polizei üblicherweise auf eine Übeltäterquote von mehr als drei Prozent. Für Polizeidirektor Andreas Schaumaier ist das ein Hinweis darauf, dass die Blitzer an der Landshuter Allee ihren Sinn erfüllen.

Auch die Unfallzahlen an dieser Stelle sind, seitdem die Kästen aufgestellt sind, deutlich zurückgegangen, die Zahl der Unfälle mit Personenschaden sogar um ein Drittel. Schaumaier sagt: "Der Umweltgedanke und die Verkehrssicherheit gehen hier Hand in Hand." Daher soll auch das Umfeld des künftigen Kiesselbach-Tunnels derart überwacht werden.

Warum die neuen Blitzer aufgestellt werden

Das Tempolimit an der Landshuter Allee wurde vor gut einem Jahr durch die Stadt angeordnet und ist ein Bestandteil ihres Luftreinhalteplans. Nach Aussage des Referats für Gesundheit und Umwelt soll mit dem Tempolimit an der Landshuter Allee der Verkehr flüssiger werden und so die Stickstoffdioxidbelastung an diesem Messpunkt reduziert werden. Ob das gelingt, könne jedoch erst durch Messreihen über mehrere Jahre hinweg beurteilt werden.

In der Landshuter Allee wurden zur Geschwindigkeitsüberwachung insgesamt vier Messkabinen aufgestellt. Autofahrer, die sie passiert haben, sollten aber unbedingt der Versuchung widerstehen, danach wieder aufs Gas zu drücken. Denn am Straßenrand könnte nicht nur "gott.de" stehen (so die Aufschrift auf einem seit Monaten dort geparkten Traktor), sondern möglicherweise auch eine Zivilstreife - mit einem herkömmlichen Radarmessgerät.

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