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Unterhaching:Entlastung für den Wertstoffhof

Unterhaching, Wertstoffhof, lange Schlangen nicht an der Teststation sondern am Wertstoffhof

Vor dem Wertstoffhof in Unterhaching bilden sich regelmäßig lange Schlangen von Autos.

(Foto: Angelika Bardehle)

Wegen des großen Andrangs will die Gemeinde die Öffnungszeiten verlängern und Grüngutmobile einsetzen

Von Iris Hilberth, Unterhaching

Es gibt zwei Gründe, warum es auf der Biberger Straße in Unterhaching zu Staus kommen kann. Der eine sind Fußballfans, die ins Stadion pilgern, was ja derzeit nicht möglich ist. Der andere sind Besucher des Wertstoffhofs, der während der Corona-Pandemie umso häufiger frequentiert wird. An den Schlangen auf der nordöstlichen Ausfallstraße der Gemeinde wird sich vor allem im Frühjahr und Herbst vermutlich auch nichts ändern, wenn jeder Unterhachinger seinen Keller, Speicher und die Garage entrümpelt hat. Denn vor allem Grüngut wird hier im April und Oktober in Massen angekarrt. Das geht nicht so weiter, findet die Rathausverwaltung. Die Abteilung Klimaschutz und Verkehr hat daher ein Konzept erarbeitet, um das Sammelsystem für Sperrmüll und Grüngut zu optimieren. Der Bau-, Umwelt-, und Ortsentwicklungsausschuss hat den Plan vergangene Woche schon für gut befunden, an diesem Mittwoch muss noch der Gemeinderat zustimmen.

Um in den Zeiten, in denen die Leute ihre Gärten frühlingsfit oder winterfest mache, die Anlieferung der Gartenabfälle zu entzerren, soll zusätzlich zur Abgabe im Wertstoffhof jeweils zwei Wochen lang ein Grüngut-Presswagen voraussichtlich an der Wallbergstraße am Ortspark aufgestellt werden. Dieser könnte entweder für zwei Stunden zu den Stoßzeiten des Wertstoffhofs bereitgestellt werden oder sogar dessen kompletten Öffnungszeiten abdecken.

Um auch dort den Andrang zu reduzieren und zu vermeiden, dass alle gleichzeitig kommen, soll eine Entlastungsampel eingeführt werden. Dann können die Besucher per Abfall-App auf dem Smartphone und auf der Homepage der Gemeinde prüfen, wie stark gerade die Auslastung ist. Zusätzlich sollen die Öffnungszeiten des Wertstoffhofs am Dienstag oder Donnerstag auf die Zeit von 15 bis 19 Uhr erweitert werden. Bislang ist es nur montags, mittwochs, freitags und samstags möglich, seinen Sperrmüll und anderen Abfall dort loszuwerden. Erhebliche Wartezeiten gibt es oft unter der Woche zwischen 15 und 17 Uhr und samstags zwischen 11 und 13 Uhr, generell auch in Wochen mit Feiertag.

Auch die Restmüllmengen sind pandemiebedingt gestiegen. Daher wird das zuständige Entsorgungsunternehmen von Januar an jeden Mittwoch eine zusätzliche Tour fahren. Die Kosten erhöhen sich laut Gemeindeverwaltung dadurch nicht.

Geändert werden sollen auch die Termine der dezentralen Sperrmüllaktionen in der Gemeinde. Bislang wurde an vier Standorten zehnmal im Jahr an unterschiedlichen Tagen von 10 bis 16 oder 10 bis 17 Uhr je ein Container aufgestellt. Sowohl Grüngut als auch Sperrmüll konnte hier abgegeben werden. In den vergangenen Jahren wurde dieses Angebot allerdings wenig genutzt. Daher soll die Aktion künftig auf vier Termine pro Jahr begrenzt werden, allerdings soll eine bessere Trennung auch bei diesen mobilen Annahmestellen erfolgen. Während bislang alles in einen Container kam und anschließend aufwendig sortiert werden musste, sollen nun mehrere Behälter aufgestellt und erstmals auch die Annahmen von Elektroschrott ermöglicht werden.

Die Standorte Wallbergstraße, St.-Alto-Straße und Finsinger Weg sollen erhalten bleiben, der Standort Zwergerstraße an eine andere Stelle im Fasanenpark verlegt werden. Auch über diese Termine werden die Bürger per Abfall-App, auf der Webseite der Gemeinde sowie durch Aushänge in den Schaukästen an den Wertstoffsammelstellen informiert.

© SZ vom 25.11.2020
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