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Unterhaching:Ein Herz für Radler

Unterhaching strebt Auszeichnung als fahrradfreundliche Kommune an

Besonders gut abgeschnitten hat Unterhaching beim jüngsten Fahrradklimatest des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) nicht. Man könnte eher sagen: Da ist noch viel Luft nach oben. In Schulnoten ausgedrückt erhielt die Gemeinde insgesamt eine 3,6 und belegte deutschlandweit Platz 67 von 415 Orten vergleichbarer Größe, bayernweit Rang sieben von 49. Das ist nicht schlechter als zwei Jahre zuvor, besser geworden ist Unterhaching in der Frage der Fahrradfreundlichkeit aber auch nicht. Das soll sich jetzt ändern. Der Gemeinderat sprach sich jüngst einstimmig für eine Mitgliedschaft in der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen (AGFK) aus.

Damit verbunden sind zwei Besuche durch eine unabhängige Kommission, die die Bedingungen für Radfahrer in der Kommune untersucht; die Kriterien hierzu sind recht streng. Nach dem ersten eintägigen Termin wird es Handlungsempfehlungen für die Gemeinde geben, die innerhalb von vier Jahren umzusetzen sind. Erst nach einer zweiten Begutachtung kann der Titel "fahrradfreundliche Gemeinde" vergeben werden. Neben der Auszeichnung bringt die Mitgliedschaft in der Arbeitsgemeinschaft einen informativen Austausch mit den anderen Kommunen und die Mitnutzung der Imagekampagnen in Form von Print- und Digitalmedien. Im Landkreis München sind aktuell acht Kommunen an dem Netzwerk beteiligt, zertifiziert ist unter anderen bereits die Nachbargemeinde Oberhaching. Die Mitgliedschaft kostet 2500 Euro im Jahr. Dazu muss die Gemeinde die Umsetzung der Handlungsempfehlungen finanzieren.

Betrachtet man die jüngsten Bewertungen des ADFC, zählen öffentlichen Fahrräder, die Erreichbarkeit des Ortszentrums und das Radfahren von Jung und Alt bereits zu den Stärken Unterhachings. Ganz schlecht schneidet die Gemeinde ab, wenn es um die Verkehrsführung an Baustellen geht, um Falschparker und um die Breite der Radwege. Auch Konflikte mit Fußgängern spielen eine Rolle, wenn es um Verbesserungsmöglichkeiten im Radverkehr geht. Gerade dieses Problem versucht der Gemeinderat aktuell an der Hauptstraße zu lösen.

© SZ vom 09.04.2021 / hilb
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