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Taufkirchen:Schüler als Imker

Bienen sollen Jugendliche für die Natur begeistern

Mehr Bienen in die Gemeinde bringen und Jugendliche für diese faszinierenden Tiere begeistern: Das ist das Ziel eines Antrags der Freien Wähler, den der Gemeinderat in Taufkirchen mit großer Mehrheit beschlossen hat. Demnach soll die Verwaltung prüfen, ob an weiteren Stellen in der Gemeinde Bienenvölker angesiedelt werden können - neben den aktuellen Standorten am Wertstoffhof, am Friedhof am Wald und auf dem Jagdhofgelände. Überdies soll das Rathaus bei Schulen und Vereinen anfragen, ob sie die Bienenhäuser betreuen wollen.

Initiator des Antrags war Anton Almer, der dennoch als Einziger gegen den Beschluss stimmte. Ihn irritierte offenbar die Stellungnahme des Umweltamts, das sich dagegen ausgesprochen hatte, Bienenhäuser von Nicht-Imkern wie Schülern betreuen zu lassen, "da das notwendige Fachwissen in der Regel nicht vorhanden ist". Zudem warnte die Behörde vor Vandalismus, wenn Bienenstöcke an frei zugänglichen Orten aufgestellt würden. "Wenn man es schaffen würde, Jugendliche für diese Arbeit zu begeistern, dann würden wir etwas Gutes tun für Taufkirchen, für die Jugendlichen und für die Natur", sagte Almer. "Da das aber in Taufkirchen offenbar nicht möglich ist, werde ich gegen den Antrag stimmen."

Die übrigen Gemeinderäte wollten es hingegen auf einen Versuch ankommen lassen. "Das ist eine gute Idee", lobte Beatrice Brückmann (Initiative Lebenswertes Taufkirchen). "Und wenn man Jugendlichen auf diesem Wege den Wert der Natur nahebringen könnte, dann wäre das sehr hilfreich." Wobei Beatrice Brückmann, die sich auch im Bund Naturschutz engagiert, die Befürchtungen des Umweltamts durchaus teilte: "Wir haben regelmäßig Vandalismus an der Streuobstwiese. Bäume, die wir pflanzen, werden gekappt. Und Betonblöcke werden in Teiche geschmissen."

© SZ vom 14.05.2020 / stä

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