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Taufkirchen:Praxisklinik mit Radweganbindung

Gemeinde will im Zuge der Planung die Verkehrssituation verbessern

Von Patrik Stäbler, Taufkirchen

Reinhard Schneiderhan will mit seiner Praxisklinik aus der Eschenpassage in einen Neubau am nördlichen Ortsrand von Taufkirchen umziehen. Auf dem bisher als Acker genutzten Areal zwischen Oberweg, Münchner Straße und Waldstraße plant der Mediziner ein ambulantes und stationäres Gesundheitszentrum. Das Vorhaben ist vom Gemeinderat stets befürwortet worden; dessen Bauausschuss hat nun einmütig den Vorentwurf eines Bebauungsplans für das Gebiet abgesegnet. Zudem traf das Gremium zwei weitere Beschlüsse. Zum einen soll die Gemeinde prüfen, ob in Taufkirchen eine ambulante Tagespflegeeinrichtung gebaut werden kann - entweder ebenfalls am Oberweg oder beim geplanten Seniorenheim. Zum anderen wurde die Verwaltung beauftragt, bei der Planung für die Praxisklinik einen Ausbau der Radverbindung an der Münchner Straße anzustreben.

Der Bebauungsplanentwurf sieht für die Praxisklinik einen rechteckigen Baukörper mit drei Atrien vor - in einer Höhe von fünf bis 11,40 Meter. Nachdem das Staatliche Bauamt Freising bei einem Ortstermin klar gemacht hat, dass es eine Erschließung über die Münchner Straße ablehnt, muss sie nun über eine neue Verbindungsstraße zwischen Oberweg und Münchner Straße erfolgen. Auf Nachfrage von Alfred Widmann (SPD) erläuterte Bürgermeister Ullrich Sander (parteifrei), dass die sogenannte Sozialgerechte Bodennutzung (Sobon) bei gewerblichen Bauten nicht anwendbar sei - dass die Gemeinde hier also keinen Ausgleich für die Ausweisung von Bauland vom Bauträger verlangen könne. "Nur wenn dort irgendwo Wohnungen entstehen, zum Beispiel für Klinikpersonal, wird das zu einem entsprechenden Anteil führen", so Sander.

Eine längere Diskussion entspann sich um die Frage, ob in den Planungen für die Praxisklinik auch der etwaige Bau eines ambulanten Pflegezentrums mit Tagespflege berücksichtigt werden soll. Die Notwendigkeit solch einer Einrichtung in Taufkirchen hat die Nachbarschaftshilfe in einem Schreiben an alle Gemeinderäte unterstrichen. Rudi Schwab (Grüne) forderte, das Pflegezentrum in die vorliegende Planung zu integrieren. Ullrich Sander hielt dagegen, dass dies "was für die Galerie" sei, da zunächst ein Investor gefunden werden müsse, und auch das Grundstück der Gemeinde nicht gehöre. Derweil plädierte Paul Haberl (CSU) dafür, eine Tagespflegeeinrichtung lieber neben dem geplanten Seniorenheim am Wolfschneiderhof vorzusehen. "Da würde es hinpassen. Aber neben eine chirurgische Klinik passt es nicht hin."

Letztlich kam der Ausschuss überein, dass die Gemeindeverwaltung beide Standorte für den Bau einer Tagespflegeeinrichtung prüft. Überdies wird sie auf Antrag von Jutta Henkel (Grüne) untersuchen, ob sich ein im vorläufigen Bebauungsplan markierter Fuß- und Radweg an der Westseite der Münchner Straße bis zur Waldstraße fortführen lässt. Geprüft wird auch, ob in südlicher Richtung ein Ausbau bis zur Bahnhofsstraße möglich ist. "Wenn uns das verwehrt bleibt, macht dieser Radweg keinen Sinn", befand Bürgermeister Sander. "Denn dann endet er irgendwo im Nirwana."

© SZ vom 26.06.2020

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