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Taufkirchen:Grüne wollen aufsatteln

Gemeinde soll fahrradfreundliche Kommune werden

Taufkirchen - Unterschleißheim, Oberhaching und mehrere andere Landkreisgemeinden haben es schon getan - nun soll sich auch Taufkirchen um die Auszeichnung als "fahrradfreundliche Kommune" bemühen. Das ist zumindest der Wunsch der Grünen-Fraktion im Gemeinderat, die einen entsprechenden Antrag im Rathaus eingereicht hat. Darin fordert die Partei erstens die Bewerbung um eine Mitgliedschaft in der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen (AGFK). Zweitens soll die Verwaltung künftig allen Meldungen nachgehen, die über das Onlineportal "RADar!" eingereicht werden. Hier können Radfahrer per Smartphone Mängel melden - etwa dunkle Ecken oder störende Baumwurzeln entlang von Radwegen. Und drittens fordern die Grünen, dass das im Juni 2016 von ihnen beantragte Radverkehrskonzept "schnellstmöglich fertiggestellt und dem Gemeinderat vorgestellt" wird.

Für Letzteres gebe es bereits einen Termin, sagt Bürgermeister Ullrich Sander (parteifrei). Im Oktober werde das Stadt- und Verkehrsplanungsbüro Kaulen das Radverkehrskonzept für Taufkirchen im Gemeinderat vorstellen. Dies habe er dem Gremium schon vor Längerem mitgeteilt, sagt der Rathauschef, der den Grünen-Antrag daher als "reinen Wahlkampf" abtut. Hinsichtlich der Bewerbung um eine AGFK-Mitgliedschaft zeigt sich Sander skeptisch. "Wir sollten erst mal schauen, was das Radverkehrskonzept bringt. Man muss nicht zu viele Köche an den Brei ranlassen." Ohnehin glaube er, dass der Titel als fahrradfreundliche Kommune vornehmlich "etwas fürs Papier" sei.

Demgegenüber kritisieren die Grünen: "Wir finden, in den letzten Jahren wurde zu wenig getan, um den Radverkehr in Taufkirchen attraktiver zu machen." Ihr Ziel sei es, "die Radwege in Taufkirchen komfortabler und sicherer zu machen sowie ein umfassendes inner- und überörtliches Radwegenetz zu erreichen". Dafür brauche es sowohl das Radverkehrskonzept als auch die Mitgliedschaft in der Arbeitsgemeinschaft.