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Diskussion über Parkplätze:Bauherr muss erneut nachbessern

Bis die inzwischen abgerissene alte Schmiede durch einen Neubau ersetzt wird, wird es noch eine Weile dauern.

(Foto: Claus Schunk)

Auch die neuen Pläne für ein Wohn- und Geschäftshaus fallen in Taufkirchen durch

Von Patrik Stäbler, Taufkirchen

Die alte Schmiede ist inzwischen abgerissen. Doch der Weg zu einer Nachfolgebebauung auf dem Areal an der Tölzer Straße im Herzen von Taufkirchen erweist sich als äußerst holprig. So hat der Bauausschuss des Gemeinderats erneut einen Bauantrag des Grundstückseigners auf die Errichtung eines Wohn- und Geschäftshauses inklusive einer Gaststätte abgelehnt. Zwar gingen die eingereichten Pläne für das Vorhaben "in die richtige Richtung", fasste Peter Hofbauer (Freie Wähler) die Meinung vieler Gemeinderäte zusammen. Doch nach wie vor stieß sich eine Mehrheit im Ausschuss an der aus ihrer Sicht zu geringen Zahl von Parkplätzen sowie der problematischen Zufahrt zum vorgesehenen Autoaufzug. Nun muss der Grundstücksbesitzer seinen Bauantrag abermals nachbessern, wenn er an dem Projekt festhalten will.

Zuletzt hatte sich der Bauausschuss im August mit dem Vorhaben beschäftigt - und die Pläne für ein Gebäude mit 14 Wohnungen samt Gastronomie im Erdgeschoss abgelehnt. Als Gründe führte das Gremium damals vor allem die Parkplatzsituation sowie die zu üppige Bebauung an. Den Anregungen des Ausschusses habe der Antragsteller durchaus Rechnung getragen, befand Bauamtsleiter Stefan Beer mit Blick auf die überarbeiteten Pläne, die unter anderem einen geringeren Gebäudeumfang und eine kleinere Gaststätte vorsahen. Demnach sollte ein Wohn- und Geschäftshaus mit zwei gewerblich genutzten Wohnungen, fünf gewerblich genutzten Apartments, zwölf Wohnungen sowie einer Gastronomie mit bewirtschafteter Terrasse entstehen.

"Wir haben bei diesem Objekt schon so lange hin und her diskutiert", warb Bürgermeister Ullrich Sander (parteifrei) für eine Befürwortung des Vorhabens. Und er gab zu bedenken, dass die vom Ausschuss angeregte Verkleinerung der Gaststätte dazu geführt habe, dass der Antragsteller nun mit einem Tagescafé plane. "Das macht dem Brandwerk Konkurrenz", sagte Sander. "Vorher wäre es ein italienisches Bistro gewesen, was eine Ergänzung des Angebots in Taufkirchen dargestellt hätte." Allein die Mitglieder des Bauausschusses wollten dem Rathauschef nicht folgen. Sie waren vielmehr - anders als Bürgermeister und Bauamt - der Auffassung, dass die geplanten 23 Parkplätze nicht den Anforderungen der örtlichen Stellplatzsatzung entsprechen. "In ganz Taufkirchen gibt es kein anderes Areal, wo es mit Stellplätzen so kritisch ist wie an diesem Punkt", betonte Michael Lilienthal (Freie Wähler). "Deshalb bin ich nicht bereit, auch nur auf einen einzigen Stellplatz zu verzichten." Darüber hinaus störten sich etliche Gemeinderäte an der Zufahrt zum Autoaufzug, über den die Fahrzeuge in die Tiefgarage gelangen sollen. Bei Gegenverkehr gebe es hier keinen Platz zum Ausweichen, warnte Thomas Vieweg (CSU). "Da ist Stau programmiert, und das an einer äußerst ungünstigen Stelle."

Bei jeweils einer Gegenstimme lehnte der Ausschuss den Stellplatznachweis und die Erschließung der Tiefgarage ab. Den übrigen Befreiungen im Bauantrag - unter anderem die Baugrenzen für Balkone und Terrasse betreffend - stimmte das Gremium dagegen einmütig zu. "Das ist irgendwo bloß ein Versuch, das Maximum rauszuholen", sagte Hofbauer über das Vorgehen des Investors. "Jetzt muss er halt noch mal eine Runde drehen. Aber das wird er schon hinkriegen."

© SZ vom 22.10.2020

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