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Schulpolitik:Grundschulen am Limit

Hubert Aiwanger, top candidate of the Free Voters (Freie Waehler), speaks during a press conference after the Bavarian state election in Munich

Bayerns neuer Kultusminister Michael Piazolo von den Freien Wählern ist am Mittwoch nächster Woche mit der BR-Sendung "Jetzt red i" in der Sauerlacher Mehrzweckhalle zu Gast.

(Foto: Andreas Gebert/Reuters)

BR mit der Sendung "Jetzt red i" am Mittwoch in Sauerlach

Die Anspannung bei Eltern und Schülern ist derzeit groß: Am 15. Februar gibt es Zwischenzeugnisse an Bayerns Grundschulen. Danach bleibt nicht mehr viel Zeit zum Nachbessern bis zu den Übertrittszeugnissen. Nachhilfelehrer machen Überstunden, denn viele Eltern wollen unbedingt, dass ihr Kind aufs Gymnasium geht. Der Druck auf die jungen Schüler durch dieses "Grundschulabitur" sei enorm, sagt der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband: "In manchen Familien wird alles der Note untergeordnet. Da wird der Geburtstag vom Opa verschoben, das Kind darf nicht mehr zum Fußballspielen. Da muss ich mir danach überlegen: Zu welchem Preis hat mein Kind diese Zwei geschrieben?"

Der große Lerndruck ist aber nur ein Problem. Nirgendwo fehlen so viele Lehrer wie an Bayerns Grundschulen. Die mobile Reserve, die Unterrichtsausfall ausgleichen soll, ist mancherorts schon kurz nach Schuljahresbeginn dauerhaft verplant. Besonders dramatisch ist die Situation an den Grundschulen im Münchner Umland. Eine Ursache für den Lehrermangel ist die schlechte Bezahlung: Grundschullehrer verdienen deutlich weniger als ihre Kollegen am Gymnasium. Und die Anforderungen steigen ständig: Inklusion, Integration von Flüchtlingskindern und immer mehr pädagogische Erziehungsarbeit, die eigentlich die Eltern leisten müssten.

Nach etwa 60 Jahren CSU-Schulpolitik steht jetzt erstmals ein Politiker der Freien Wähler vorne am Pult. Kultusminister Michael Piazolo will in den nächsten fünf Jahren deutlich mehr Lehrer einstellen und so die individuelle Förderung der jungen Schüler voranbringen. Reicht das, um die Situation an den Grundschulen zu verbessern? Muss die Politik etwas gegen den Lerndruck unternehmen? Ist das Gymnasium wirklich das Maß aller Dinge? Sind die Klassen zu groß? Muss das bayerische Schulsystem durchlässiger werden?

In der Sendung "Jetzt red i" des Bayerischen Fernsehens diskutieren Tilmann Schöberl und Franziska Eder am Mittwoch, 13. Februar, in der Mehrzweckhalle Sauerlach, Am-Otterloher-Feld 2, mit Bürgern sowie Kultusminister Michael Piazolo (FW) und Markus Bayerbach (AfD), Vorsitzender des Bildungsausschusses im Bayerischen Landtag. Einlass ist um 19.15 Uhr, Sendungsbeginn um 20.15 Uhr Kostenlose Karten gibt es per E-Mail (jetztredi@br.de) oder Telefon (089/590 02 52 99).