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Schülerwettbewerb:Keine Angst vor Lampenfieber

Landtagsvizepräsident Alexander Hold (FW, rechts) überreichte David Callies die Urkunde beim Landesfinale.

(Foto: Privat)

David Callies schafft es bei "Jugend debattiert" unter die Besten in Bayern

Die Schülerdemonstrationen für eine bessere Klimapolitik oder der Streit zwischen Landwirten und Naturschützern über das Volksbegehren für mehr Artenschutz sind nur zwei Beispiele für kontroverse Themen, die in den vergangenen Wochen viele Menschen bewegt haben. Oft sind die Diskussionen in derartigen Angelegenheiten hitzig und emotional aufgeladen. Umso wichtiger ist es also, Argumente sachlich und respektvoll vortragen zu können. Genau das lernen Schüler beim bundesweiten Wettbewerb "Jugend debattiert". Bis ins Landesfinale hat es heuer David Callies aus Garching geschafft.

Der 14-Jährige besucht die neunte Klasse des Werner-Heisenberg-Gymnasiums und ist durch den Deutschunterricht auf den Wettbewerb aufmerksam geworden. Im Landesentscheid belegte er den vierten Platz und verpasste damit nur knapp den Einzug ins Bundesfinale.

"Dass ich viel und gerne rede, auch über politische Themen, habe ich schon früh gemerkt. In der Schule hatte ich dann die Möglichkeit, eine strukturierte Debatte zu lernen", erzählt Callies. Denn der Lehrplan sieht als mündliche Schulaufgabe in der neunten Jahrgangsstufe eine Debatte vor. Mehrere Monate lang hat er sich mit seinen Klassenkameraden in jeder Deutschstunde darauf vorbereitet. Bei einer Klassenauswahl qualifizierte er sich für den Schulwettbewerb von "Jugend debattiert", schließlich folgte der Regionalentscheid. Unter 24 Konkurrenten belegte der Garchinger den zweiten Platz und sicherte sich damit die Teilnahme im Landesfinale.

Alle Teilnehmer bekamen die Themen, über die sie im Wettbewerb debattieren sollten, bereits zehn Tage im Voraus und konnten sich ausführlich damit beschäftigen. Sollten Schüler aus der EU verpflichtend eine Zeit lang in einem anderen Land zur Schule gehen? Sollen Drogen legalisiert werden? Es sind durchaus komplexe Fragen, die die jungen Debattierer behandeln mussten. Aufgeregt war David Callies trotz der intensiven Vorbereitung, wie er zugibt. "Ich komme aber damit zurecht und kann die Nervosität für die Zeit der Debatte beiseite schieben", sagt der Schüler. Dabei hilft ihm auch eines seiner Hobbys: Callies spielt Geige und hat durch zahlreiche Auftritte gelernt, mit dem Lampenfieber umzugehen.

Auch wenn es heuer nicht für einen Startplatz im Bundesfinale gereicht hat, möchte sich David weiter im Debattieren üben. "Es gibt auch in den höheren Klassen Schulwettbewerbe. Wer Interesse hat, kann also weitermachen." Bereits jetzt hat der 14-Jährige durch die Teilnahme bei "Jugend debattiert" viel gelernt: "Allein die Fähigkeit, sachlich und strukturiert zu argumentieren, kann überall nützlich sein", meint er. Politiker möchte David später zwar nicht werden, sondern eher im naturwissenschaftlichen Bereich arbeiten. Doch zumindest auf kommunalpolitischer Ebene möchte Callies sich nach eigener Aussage engagieren.