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Pullach:Sieben für Tausendfreund

Abteilungsleiter im Rathaus weisen Kritik an Bürgermeisterin zurück

Von Michael Morosow, Pullach

Pullachs Bürgermeisterin Susanna Tausendfreund (Grüne) hat sich bereits mit deutlichen Worten gegen die seit Monaten andauernde Kritik am Führungsstil der Rathausspitze zur Wehr gesetzt. Jetzt reicht es auch allen sieben Abteilungsleitern im Haus. In einer gemeinsam verfassten Erklärung, adressiert an die "lieben Pullacherinnen und Pullacher", reagieren sie auf die jüngsten Vorwürfe ehemaliger Rathausbediensteter gegen Tausendfreund.

Es dränge sich die Frage auf, wie ein Rathaus noch die Interessen der Bürger vertreten kann, das in einem angeblichen Klima aus "Donald Trump" (Zitat von Alexander Betz, Gemeinderat der FDP) und dem "Hauch von Nordkorea" (Zitat von Eveline Petraschka, Leiterin der Gemeindebücherei) ständig mit sich selbst beschäftigt sei?, heißt es in dem Schreiben. Sie könnten nicht für die gesamte Belegschaft sprechen, von dem in der Presse vermittelten Stimmungsbild wollten sie sich aber distanzieren. "In jedem Betrieb gibt es gute und schlechte Tage. Was unser Rathaus derzeit lähmt, sind aber nicht interne Konflikte der Verwaltung. Es ist nicht der Führungsstil der Rathausspitze. Nein, es sind Streitigkeiten, gezielte Wortwahl und Meinungsbildung von außen; persönliche Differenzen, die in das Rathaus hereingebracht werden durch eine Flut von Zeitungsartikeln und politisch motivierten Anfragen", heißt es in dem Schreiben weiter. Deshalb wolle man ein Zeichen der Zuversicht senden. "Was auch immer Sie bisher gelesen haben oder noch lesen werden, bitte seien Sie gewiss, dass in Ihrem Rathaus nach wie vor eine effektive und effiziente Verwaltung sitzt. Wir lösen täglich mit viel Herzblut und Engagement die großen und kleinen Herausforderungen der Gemeinde. Wir arbeiten in Ihrem Sinne abteilungsübergreifend an zahlreichen wichtigen Themen ( . . .), wir tun dies aus der Motivation heraus, Pullach voranzubringen. Wir (. . .) leisten diesen Beitrag gerne und aus tiefer Überzeugung für die Sache", erklären Heinrich Klein (Hauptamt), André Schneider (Finanzen), Andrea Rohde (Öffentliche Sicherheit und Ordnung), Bernhard Rückerl (Umwelt), Jürgen Weiß (Bauverwaltung), Peter Kotzur (Bautechnik) und Hannah Stegmayer (Kultur).

© SZ vom 28.11.2020
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