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Pullach:Schultoiletten für drittes Geschlecht

Es ist noch kein Stein gesetzt, keine Machbarkeitsstudie erstellt und wie die neue Grund- und Mittelschule in Pullach dereinst aussehen wird, steht noch in den Sternen. In der Gemeinderatssitzung am Dienstag haben die Besucher und Mitglieder des Gremiums aber wenigstens schon einmal eine Vorstellung vom Schulraumkonzept bekommen, das die externe Schulberaterin Andrea Lehner vorstellte. Teil des "zeitgemäßen und zukunftsfähigen Grundkonzepts für Lehren und Lernen" sind dabei Toiletten in allen Baukörpern, die der zweiseitigen Geschlechter-Etikettierung ein Ende machen: Neben einer Behindertentoilette sowie Toiletten für Jungen und Mädchen soll es im neuen Schul-Cluster auch Toiletten für das dritte Geschlecht geben.

Sollte dieser von einem 19-köpfigen Beratergremium geäußerte Wunsch beim Bau der Schulanlage tatsächlich eine Berücksichtigung finden, wäre Pullach wohl eine der ersten Kommunen, die die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes aus dem Jahr 2017 baulich umsetzt. Das höchste deutsche Gericht hatte die alte Regelung als einen Verstoß gegen das Persönlichkeitsrecht und das Diskriminierungsverbot gewertet.

Ein Prozent der Bevölkerung habe ein drittes Geschlecht, sagte Andrea Lehner in Pullach. "Wir hatten schon mal diesen Fall." Wenn schon eine neue Schule gebaut werde, warum sollte man dieses nicht berücksichtigen? "Es würde Sinn machen, weil es irgendwann eh kommen wird, so die Expertin weiter. Und für Architekten wäre es eine reizvolle Aufgabe, "mal was anderes zu planen".