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Pullach:Die Gemeinde  wird digital

IT-Berater führt neue Technik in Rathaus und Außenstellen ein

Von Michael Morosow, Pullach

Für den schnellen Fortschritt bei der Digitalisierung des Rathauses leistet sich die Gemeinde Pullach einen IT-Fachberater. In seiner jüngsten Sitzung hat der Gemeinderat einstimmig entschieden, die Verwaltung mit der Realisierung eines Vergabeverfahrens zu beauftragen. Als Kostenobergrenze wurden 70 000 Euro festgelegt.

In vielen Bereichen der Verwaltung seien die Anforderungen an die Informations- und Kommunikationstechnik in den vergangenen Jahren enorm gestiegen und mehrere neue Anforderungen an die Technik entstanden, heißt es im Bericht der Verwaltung. Dazu zähle das so genannte Desk-Sharing, also die abwechselnde Nutzung von Büro-Arbeitsplätzen durch mehrere Teilzeitkräfte, wie auch die Schaffung der technischen Voraussetzungen für Homeoffice der Verwaltungsmitarbeiter und das Angebot von Verwaltungsleistungen im Netz.

Um diesen Anforderungen gerecht werden zu können und die veraltete Technik zu erneuern, sei eine ganze Reihe von Maßnahmen erforderlich, zum Beispiel zur IT-Sicherheit. Der Hersteller-Support für die derzeitige Firewall laufe aus, und die Hardware könne der heute bereits gegebenen Leistungsanforderung nicht standhalten, heißt es in der Beschlussvorlage. Zudem sollten die Insellösungen in den Außenstellen - Bürgerhaus, Bücherei, Freizeitbad und Bauhof - aufgelöst und in die Rathaus-Infrastruktur integriert werden. Außerdem müsste die "stark veraltete" Server-Hardware gegen neue Geräte ersetzt und Glasfaser-Leitungen müssten geschaffen werden, zumal all diese Dienste bei der Internet-Anbindung des Rathauses eine hohe Bandbreite und Stabilität der Datenverbindungen erforderten. Und schließlich müsse die Betreuung der künftigen Infrastruktur gesichert werden. Um dabei Kosten einzusparen, sollen nach Vorstellung der Verwaltung besonders zeitintensive und sicherheitsrelevante Support-Aufgaben an einen externen Dienstleister mit der erforderlichen technischen Expertise vergeben werden.

Nachdem all diese Einzelmaßnahmen durch diverse Verknüpfungspunkte stark voneinander abhängig seien, erfordere das Projekt "Rathaus-Digitalisierung" die Betreuung durch einen IT-Fachberater, argumentiert die Verwaltung. Dessen Aufgabe soll es nun unter anderem sein, die lange Liste der von der Verwaltung skizzierten Anforderungen zu konkreten Leistungsverzeichnissen auszuarbeiten und Vergleichsangebote mehrerer Beratungsbüros einzuholen.

© SZ vom 24.09.2020

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