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Ottobrunn:Treffpunkte und mehr Grün

Die ÖDP will Baumfällungen im Vogelviertel vermeiden.

(Foto: Sebastian Gabriel)

ÖDP präsentiert Alternativplan für das Vogelviertel

Von Stefan Galler, Ottobrunn

In der Gemeinde Ottobrunn gibt es so gut wie keinen Platz mehr für zusätzliche Bebauung, bereits jetzt machen Siedlungs- und Verkehrsflächen 85 Prozent des Gemeindegebiets aus. Das ist der Grund, wieso der ÖDP-Ortsverband jede weitere Nachverdichtung infrage stellt. Für die derzeit diskutierten Neubauten auf einem gemeindeeigenen Grundstück im Vogelviertel zwischen Zaunkönig- und Zeisigstraße hat der Ortsverband in Kooperation mit der angehenden Architektin und Stadtplanerin Leandra Scheible vor der Bürgerversammlung an diesem Donnerstag (19.30 Uhr, Wolf-Ferrari-Haus) einen alternativen Bebauungsplan entwickelt. Laut Informationen aus dem Rathaus wird Bürgermeister Thomas Loderer (CSU) jedoch in seinem Bericht das Vogelviertel nicht behandeln, da es dazu "spezielle Bürgerbeteiligungsformate" gebe.

Der alternative Bebauungsplan der ÖDP sieht eine deutlich moderatere Nachverdichtung mit einer geringeren Bodenversiegelung vor als der Entwurf des von der Gemeinde beauftragten Planungsbüros Studio Soko mit vier Neubauten und einer punktuell hohen Verdichtung. Dieser Plan ignoriere städtebauliche Gegebenheiten, heißt es in einer von Yannick Rouault unterzeichneten ÖDP-Pressemitteilung. "Dabei wird wenig Wert auf die Schaffung von Quartierstreffpunkten gelegt und somit die Kommunikation und das soziale Miteinander geschwächt. Die für die Umsetzung des Plans notwendige Baumrodung vernachlässigt zusätzlich die ökologische Komponente", so Rouault.

Dagegen soll der Vorschlag der ÖDP genau diese Aspekte unterstützen. Man möchte in einem neuen Gebäude Quartierstreffpunkte schaffen, dazu ein Mehrgenerationenhaus inklusive sozialer Einrichtung für Kinder und Jugendliche im Erdgeschoss und Gemeinschaftsräumen sowie einem Repair-Café oben. Dort sollen auch Sozialwohnungen und eine Betreuungsmöglichkeit für Senioren entstehen. Auf den Freiflächen in der Quartiersmitte wünscht sich die ÖDP Bänke, ein Boule-Feld, Tischtennisplatten, Kinderspielplatz und Gemeinschaftsgarten.

Einige Bauten, die der Plan von Studio Soko vorsieht, lehnt die ÖDP ganz ab. Das gilt auch für die Tiefgarage, "da hierfür der Großteil der insgesamt 71 Baumrodungen vorgesehen ist und es Jahrzehnte dauert, bis die 63 als Ersatz zu pflanzenden Bäume wieder ausgewachsen sind". Andere Baukörper sollten niedriger umgesetzt werden als geplant, damit sich die Geschosszahl den angrenzenden Doppelhaushälften anpasse.

© SZ vom 15.10.2020

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