Ottobrunn Tatkräftig an Ottos Seite

Macht durchaus Bella Figura in griechischer Tracht: Amalie.

(Foto: Wikipedia)

Vortrag über Königin Amalie zum 30. Museumstag

Von Udo Watter, Ottobrunn

Ob in griechischer Tracht oder in repräsentativer höfischer Ausstaffierung - Königin Amalie von Griechenland (1818 bis 1875) blickt einem auf verschiedenen zeitgenössischen Porträts als echte Schönheit entgegen. Das mag auch dem idealisierenden Stil mancher damaliger Maler geschuldet sein, aber die in Oldenburg geborene Frau König Ottos von Griechenland war wohl in der Tat recht hübsch anzusehen. Angeblich hat man sie sogar die "schöne Amalie" genannt.

Nun, ihre dekorativen Vorzüge werden weniger im Mittelpunkt des Vortrags "Königin Amalie von Griechenland - die tatkräftige Frau an der Seite König Ottos" stehen, den die Autorin und Filmemacherin Anita Eichholz, an diesem Donnerstag in Ottobrunn halten wird. Als Landesmutter, die auf energische und zugleich liebenswürdige Art dem Athener Hof Respekt verschafft haben soll sowie im Bereich der Landwirtschaft und im Gartenbau diverse Projekte initiiert hat, war sie weit mehr als nur ein attraktives Accessoire neben dem drei Jahre älteren Wittelsbacher. Zudem soll ihr Einwirken auf das gesellschaftliche Leben und ihre durchaus freizügige Art auch als emanzipatorisch empfunden worden sein.

Der Vortrag, den Eichholz im Otto-König-von-Griechenland-Museum halten wird, ist vor allem eine Würdigung ihres Wirkens - anlässlich des 200. Geburtstags von Amalie am 21. Dezember. Zugleich wird an diesem Abend auch der 30. Museumstag gefeiert: Die Sammlung, die mehr als 200 Objekte zu Philhellenismus, zum Freiheitskampf und der Entwicklung Griechenlands unter Otto, Ansichten der Hauptstädte Nauplia und Athen sowie Kunst- und Gebrauchsgegenstände umfasst, wurde von Jan Murken mit Hilfe der Gemeinde 1989 ins Leben gerufen.

Die Ehe zwischen Amalie und Otto blieb im übrigen kinderlos, was wegen der ungeklärten Nachfolgefrage wohl einer der Gründe war, warum der bayerische Wittelsbacher im Jahr 1862 als König von Griechenland abgesetzt wurde. Die kommenden Jahre verbrachte das Paar im Bamberger Exil, wo Amalie 1875 im Alter von 56 Jahren starb. Sie ist in der Theatinerkirche in München begraben. Die Veranstaltung beginnt um 19.30 Uhr, Bürgermeister Thomas Loderer sowie Jan Murken werden ebenfalls sprechen, zudem werden Neuerwerbungen vorgestellt inklusive einer aquarellierten Lithografie der 18-jährigen Amalie in griechischer Nationaltracht, das bisher unbekannt war. Sie sieht gut darauf aus.