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Erstes muslimisches Grabfeld im Landkreis:Gen Mekka

Im Waldfriedhof Großhadern wurde 1955 die erste muslimische Grabanlage Münchens eröffnet. Nun soll in Ottobrunn die erste im Landkreis München errichtet werden.

(Foto: Alessandra Schellnegger)

Die Gemeinde Ottobrunn ermöglicht Bestattungen nach islamischem Ritus. Die ersten Begräbnisse sollen noch heuer erfolgen.

Der Parkfriedhof am Haidgraben in Ottobrunn wird nun definitiv um ein islamisches Grabfeld erweitert. Der Gemeinderat hat die hierfür notwendigen Mittel im Haushalt des Jahres 2015 einstimmig freigegeben; allerdings ist noch nicht endgültig geklärt, welche Mittel tatsächlich für die erste muslimische Begräbnisstätte im Landkreis München bereit gestellt werden müssen. Das Gremium hat zunächst etwas mehr als 90 000 Euro im Etat entsperrt.

Viel wichtiger aber ist ohnehin das Signal, das von dieser Entscheidung ausgeht. Dies hatte Rathauschef Thomas Loderer (CSU), auf dessen Initiative das Grabfeld zurückgeht, bereits vor den Beratungen in den zuständigen Ausschüssen deutlich gemacht. In der Gemeinde lebten mehr als 1200 Muslime, hatte Loderer erklärt und hinzugefügt: "Sie gehören unmissverständlich zu unserer Gemeinde. Auch das sollten wir mit diesem Grabfeld deutlich zeigen."

Nun ist auch umrissen, welche Form der islamische Teil des Friedhofs annehmen wird. Der Gemeinderat hat sich dafür ausgesprochen, insgesamt 53 Einzelgräber im nordwestlichen Areal des Parkfriedhofs anzulegen; die Gräber werden dem islamischen Ritus gemäß alle nach Mekka ausgerichtet. Umstritten war in den Vorberatungen, ob die Gemeinde auch Grabsteine errichten soll. Dieser Vorschlag aber wurde gewissermaßen in letzter Sekunde verworfen. Angelegt werden nunmehr 53 Fundamente für die Gräber - die Familien entscheiden selbst über die Ausgestaltung des Grabsteins, der allerdings eine Höhe von 80 Zentimeter nicht überschreiten darf.

Rathauschef Loderer zufolge könnten bereits im November die ersten muslimischen Begräbnisse auf dem Parkfriedhof erfolgen. Damit werde einer gesellschaftlichen Realität Rechnung getragen - der Zugehörigkeit der Muslime. Darüber hinaus hat der Gemeinderat auch die Möglichkeit der Baumbestattung erweitert. Diese alternative Form des Begräbnisses ist seit 2011 in der Gemeinde möglich; sie werde seitdem gut angenommen, heißt es.